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Der Industriekletterer - die eierlegende Wollmilchsau

19.08.2008 | 16:19 Uhr

Spezialisten-Team nimmt anstehende Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten am Tetraeder vor. Bottroper Wahrzeichen für Besucher vorübergehend gesperrt.

Da wird dem Normalbürger schon vom Zusehen schwindelig: In gut 40 Metern Höhe balanciert Carsten Schildknecht über eine der oberen Querstreben des Tetraeders. Aber nicht etwa kriechend auf allen Vieren, sondern aufrecht und scheinbar völlig unbeeindruckt vom kräftigen Wind. „Der Wind ist eigentlich kein Problem”, sagt Michael Ortmann. Gemeinsam mit ihren Kollegen Martin Schober und Marcus Weich nehmen der 33-jährige Carsten Schildknecht und der 27-jährige Michael Ortmann Instandsetzungsarbeiten am Bottroper Wahrzeichen vor.

Für das Quartett ist die Arbeit in schwindelnder Höhe nichts Ungewöhnliches. Als Industriekletterer haben sie sich auf derartige Aufgaben spezialisiert. Der Dortmunder Ortmann beispielsweise hat eine Ausbildung zum Höhenretter absolviert, ehe er sich auf das Industrieklettern verlegte.

Auch der Austausch der Leuchtmittel, die den Tetraeder bei Dunkelheit weithin sichtbar machen, gehört zu den vielfältigen Aufgaben der Industriekletterer. Foto: WAZ, Birgit Schweizer

Doch mit dem Klettern allein ist es natürlich nicht getan. „Ich habe mir in verschiedenen Lehrgängen und Seminaren die notwendigen Zusatzqulifikationen angegeignet”, erklärt der 27-jährige Mitarbeiter der Dortmunder Firma „ProRope”. Denn die zu verrichtenden Arbeiten erfordern umfassenden Sachverstand. Ob es nun um das Auswechseln der Leuchtkörper oder um notwendige Bohrungen an normalerweise unzugänglichen Stellen geht: der Industriekletterer ist so etwas wie eine „eierlegende Wollmilchsau” und muss über ein ausgeprägtes handwerliches Heschick verfügen.

Und natürlich über körperliche Fitness. Wobei die größte Anstrengung gar nicht einmal das Klettern ist. „Die meiste Zeit hängen wir am Seil”, sagt Ortmann. Schon allein, um beide Hände für die zu verrichtenden Arbeiten frei zu haben. Spezielle Seilkonstruktionen, so genannte Positionierungsösen, in Verbindung mit einer Vielzahl von Karabinern fixieren den Industriekletterer an seinem jeweiligen „Arbeitsplatz” und sorgen für seine Sicherheit.

Denn die wird in diesem Job – allem Anschein zum Trotz – groß geschrieben: „Wir arbeiten grundsätzlich mit zwei Sicherungssystemen”, betont Ortmann. Und natürlich sichere man sich stets gegenseitig. Zudem werde auf Auswahl und Pflege der Ausrüstung allergrößten Wert gelegt. „Man muss seinem Material schon absolut vertrauen können”, so der 27-Jährige, der – ebenso wie seine drei Kollegen – auch privat gerne klettert.

Am Tetraeder werden die vier Industriekletterer etwa drei Wochen lang beschäftigt sein. Aus Sicherheitsgründen wird der Zugang zu den Aussichtsplattformen während der Arbeitszeiten des Teams gesperrrt sein. Da die Arbeiten witterungsabhängig sind – bei Regen ist das Risiko dann doch zu groß–, ist noch offen, wann der Tetraeder wieder frei zugänglich sein wird.

Peter Ocklenburg

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Kommentare
21.04.2009
20:32
Der Industriekletterer - die eierlegende Wollmilchsau
von Schrammie | #2

Schieldie bist du wahrnsinnig ;-)

20.08.2008
09:24
Der Industriekletterer - die eierlegende Wollmilchsau
von www.prorope.de | #1

Die Firma ProRope versteht sich als moderner Dienstleister für seilunterstützte Zugangsverfahren.
Unser Leistungsspektrum deckt die facettenreiche Arbeit an exponierten und schwer zugänglichen Orten ab. Wir verzichten bei unseren alltäglichen Arbeitseinsatzen auf konventionelle Techniken wie Gerüste, Kräne, Arbeits- und Hebebühnen.

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