Der Bottroper Saalbau wird noch gebraucht

Das historische Bottroper Rathaus mit dem Saalbau (rechts)
Das historische Bottroper Rathaus mit dem Saalbau (rechts)
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Denn die Stadt will das historische Rathaus moderniesieren und sie braucht den Küppers-Bau nebenan als Ausweichquartier.

Bottrop..  Der Saalbau wird womöglich länger gebraucht als angenommen. Denn die Stadt will ihr historisches Rathaus modernisieren. Um das zu bewerkstelligen, benötigt sie möglichst zentral gelegene Ausweichquartiere. Zwei alternative Standorte bringt die Stadtverwaltung dafür ins Gespräch: Einerseits will sie im Gebäude der Ruhrkohle am Gleiwitzer Platz Büros anmieten, andererseits auch den Saalbau am Droste-Hülshoff-Platz nutzen. Für neue Pläne stünde das Saalbau-Gelände dann aber erst gegen Ende des Jahrzehnts bereit.

„Ziel des Umbaus ist die energetische Ertüchtigung des Rathauses“, erklärt Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD). Schließlich hat sich Bottrop als Innovation-City-Modellstadt ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt. „Daher will die Stadtverwaltung auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt Stadtsprecher Andreas Pläsken. Außerdem soll das denkmalgeschützte Rathaus für Menschen mit Behinderungen einfacher zugänglich werden.

Zuschuss des Landes

Angehen wird die Stadt das ehrgeizige Vorhaben schon in den nächsten Tagen. Die Projektplanung soll ein externes Büro übernehmen, weil das eigene Immobilienressort zum Beispiel mit dem Bau der neuen Sekundarschule in Kirchhellen ausgelastet sei. Das Land stellt für die Planungsarbeiten des Rathausumbaus rund 300 000 Euro in Aussicht. „Wir wollen noch vor der Sommerpause die Ausschreibung auf den Weg bringen“, sagt der Stadtsprecher.

Gut zwei Jahre wird es allerdings noch dauern, bis die exakten Modernisierungspläne vorliegen. Frühestens ab Mai 2017 könne der angestrebte Umbau des Rathauses beginnen, erklärt Pläsken. Die Immobilienexperten der Stadtverwaltung rechnen außerdem mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren. „Im laufenden Verwaltungsbetrieb lässt sich das aber auf keinen Fall erledigen. Denn bei dem Umbau geht es richtig an die alte Bausubstanz“, betont der Stadtsprecher.

„Wir können unseren Kunden auf keinen Fall zumuten, dass sie eine Baustelle betreten, wenn sie ins Rathaus wollen, und andererseits auch unseren Mitarbeitern nicht abverlangen, im Baulärm zu arbeiten“, sagte er. Das gilt selbstverständlich auch für den Ratssaal und die Sitzungszimmer. „Wir müssen auch dem Rat und seinen Fachausschüssen einen alternativen Tagungsort anbieten“, betont Pläsken.

Vorschläge für weitere Ausweichquartiere nehme die Stadt gerne entgegen. „Es muss nur praktisch und finanzierbar sein“, sagte der Stadtsprecher. Deshalb habe die Verwaltung ja das RAG-Gebäude und den städtischen Saalbau ins Gespräch gebracht. „Das würde dann in der Tat zur Folge haben, dass sich die angestrebte neue Nutzung des Saalbau-Geländes verzögert“, sagte er.

Wie berichtet, hat die Ratsmehrheit beschlossen, den Saalbau aufzugeben. Ab 2017 soll das möglich werden. Neulich erst hatte der Rat dieses Ziel bekräftigt und auf Initiative der SPD die Verwaltung damit beauftragt, einen Wettbewerb für die künftige Nutzung des Saalbau-Geländes vorzubereiten.