Der Blick auf die Opfer und die Täter

Protest auf Planen: die beiden Kipplaster bei der Aktiom „Die 2. Hülle“ auf dem Berliner Platz.
Protest auf Planen: die beiden Kipplaster bei der Aktiom „Die 2. Hülle“ auf dem Berliner Platz.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Aktion „Die 2. Hülle“ zum Thema Missbrauch auf dem Berliner Platz. Die Männer-Selbsthilfegruppe „Wegweiser“ will den Blick für die Folgen schärfen.

Bottrop..  Sexueller Missbrauch von Kindern ist immer noch gesellschaftliche Realität – und für die Opfer teilweise mit lebenslangen Folgen verbunden. Auf diesen Umstand wollte die Männer-Selbsthilfegruppe „Wegweiser“ gemeinsam mit einigen anderen Vereinen, Partnern und Institutionen beim Aktionstag „Die 2. Hülle“ auf dem Berliner Platz aufmerksam machen.

Die Opfer leiden lebenslang, denn viele Betroffene flüchteten sich nach schrecklichen Erlebnissen aus dem Alltag und fänden teilweise nie mehr zurück in ein geregeltes Leben, mit Nähe und Vertrauen zu anderen Menschen – das war eine der Kernaussagen beim Aktionstag auf dem Berliner Platz. Um diesem stillen Leiden ein symbolisches „Gesicht“ zu geben und die Anliegen traumatisierter Personen wirksam in die Öffentlichkeit zu tragen, warteten am Samstag zahlreiche Infostände und Aktionen darauf, die Besucher und Passanten am Berliner Platz für das schwierige Thema zu sensibilisieren.

Verjährungsfristen und Strafen

Doch nicht nur das Leid der Opfer war ein Thema, auch die Forderung nach einer konsequenten Bestrafung von Tätern wurde in den Vordergrund gestellt: Neben einer Kreideaktion, bei der Kinder und Vereinsvertreter ihre Wünsche und Forderungen ausdrückten, hatte eine Kamener Spedition zwei Kipplaster aufgefahren, welche Forderungen nach Änderungen im Strafrecht präsentierten. Einer der beiden Lastwagen hatte dabei bereits im Zuge des Strafprozesses gegen den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy in den sozialen Netzwerken einige Bekanntheit erlangt.

Ein großes, von einem Autokran gehaltenes Banner, welches mit zahlreichen selbst gemalten Bildern aus der Aktion „Zeitreise“ bedruckt worden war, legte seinen Schwerpunkt ebenfalls auf die Kritik an der Bestrafung der Täter und thematisierte abstrakt die geltenden Verjährungsfristen für Täter. Im Rahmenprogramm gab es eine Lesung der Autorin Adriana Stern sowie einen Auftritt der Bottroper Acoustic-Gruppe „Isola & Urban“.