Das sagen Bottroper zu den A 52-Plänen

Die Autobahnbefürworter hoffen, dass der Verkehr mit dem, Wegfall der Ampeln deutlich flüssiger fließt.
Die Autobahnbefürworter hoffen, dass der Verkehr mit dem, Wegfall der Ampeln deutlich flüssiger fließt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Stadtteile Boy und Welheim wären vom Ausbau der B 224 zur Autobahn besonders betroffen. Die WAZ hat sich hier umgehört. Derweil protestieren die Gegner.

Bottrop..  Der Ausbau der Bundesstraße 224 zur Autobahn ist wieder einen Schritt näher gerückt. Doch wie sehen eigentlich die Bürger in der Boy und in Welheim die Pläne? Denn diese Stadtteile liegen an der Bundesstraße, sind von den Bauplänen also besonders betroffen. Denn anders als in Gladbeck, wo die B 224 quasi eine Schneise mitten durch die Stadt schlägt, verläuft die Straße in Bottrop eher am Rand. Vielleicht ist das ein Grund dafür, warum der Protest in Bottrop längst nicht so scharf und erbittert ist, wie in der Nachbarstadt.

Hört man sich in den beiden Stadtteilen um, sind die Reaktionen in der Regel gelassen. Repräsentativ ist das Ergebnis jedoch nicht. Timo Quabeck ist für die Autobahn. „Dann fließt der Verkehr wenigstens“, so seine Hoffnung. Das Rauschen der Bundesstraße hört er jetzt auch, wenn also mit der Autobahn der versprochene Lärmschutz käme, „das wäre optimal“. Auch Reinhard Dankert bleibt gelassen, macht sich keine Sorgen wegen einer Autobahn.

Eine andere Passantin ist ebenfalls eher pro Autobahn. „Dann ist vielleicht mal Schluss mit dem dauernden Stau.“ Diese Hoffnung hat auch Pendler Rainer Müntz. Er wohnt zwar in Buer, arbeitet aber in Bottrop. „Wenn ich morgens vor 6 Uhr fahre, dann brauche ich von Buer bis zur Prosperstraße 15 Minuten. Fahre ich um 7 Uhr, brauche ich eine Stunde.“ Für Pendler wie ihn wäre der Ausbau eine gute Sache, glaubt er. Zwei andere Passantinnen fürchten den Bau ebenfalls nicht. Zwar hätten sie keinen Führerschein, bräuchten die Autobahn so gesehen nicht, doch Sorgen wegen möglichen Lärms und mehr Verkehr machen sie sich nicht.

Anwohner befürchten noch mehr Lärm

Ganz anderes Helmut Igstaedter aus der Gartenstadt Welheim. Er ist strikt gegen die A 52. Er fürchtet, dass dann viel mehr Verkehr über die Straßen der Siedlung läuft. Außerdem sei die Siedlung durch Bundes- und Prosperstraße schon genug belastet. „Ich wohne seit 30 Jahren hier. Es war mal eine ruhige Gartenstadt.“ Zusätzlichen Lärm fürchtet auch Stephany Kambic als direkte Anwohnerin. Daher ist sie gegen den Ausbau. Zumal sie sich fragt, ob eine zusätzliche Autobahn wirklich nötig ist. „Man ist doch von hier aus ruckzuck auf allen Autobahnen.“

Relativ eindeutig ist das Stimmungsbild auf der Facebook-Seite der WAZ Bottrop. Dort sind die Kommentare mehrheitlich pro Autobahn: „Ja zum Ausbau A52. Dann gibt es endlich weniger Stau.“ Ein anderer Nutzer argumentiert, dass ohne eine entsprechende Infrastruktur auch niemand hier investieren würde, „nur Ikea ist zu wenig.“ Eine andere Leserin fragt, ob denn der Dauerstau für die Umwelt tatsächlich besser sei als eine Autobahn. Nur eine Leserin gibt zu bedenken, dass eine Autobahn vielleicht auch mehr Verkehr in die Region ziehe.

Bündnis demonstriert gegen Autobahn A 52

Gegen den im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans bis 2030 als vordringlich eingestuften Ausbau der Bundesstraße B 224 zur Autobahn A 52 demonstrierte eine kleine Gruppe von Bürgern mitten im dichten Feierabendverkehr an der Kreuzung der Horster Straße mit der B 224.

Unter den 20 bis 30 Demonstranten, die dem Aufruf der Interessengemeinschaft „Stoppt A 52“ folgten, waren auch Vertreter der Grünen, der Linkspartei, der DKP und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschlands. „A 52 war gestern“, war auf einem großen Transparent zu lesen, dass einige Demonstranten den mitunter hupenden Autofahrern auf der B 224 entgegen hielten.

„Intelligentere Lösungen als den Autobahnbau“ forderte DKP-Ratsherr Michael Gerber. Der Bottroper schlug vor, die Autos alternierend über drei Fahrspuren über die Bundesstraße zu führen. Morgens sollten drei Fahrspuren in Richtung Essen führen, im Feierabendverkehr dann drei Fahrspuren zurück nach Bottrop. „So ließen sich die Verkehrspitzen entzerren“, sagte Gerber.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Sechs Wochen hätten nun auch Anwohner Zeit, um zu dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplan Stellung nun nehmen. Dazu ruft die Bürger ausdrücklich auch die Interessengemeinschaft „Stoppt A 52“ auf. „Die Stadtspitze hat den Dialog mit den Bürgern ja eingestellt. Die Autobahn soll schnell durchgezogen werden“, kritisierte Niels Holger Schmidt, Ratsherr der Linkspartei. Wie BUND-Sprecher Klaus Lange mitteilte, findet die Beteiligung der Öffentlichkeit vom 21. März zum 2. Mai statt.