Das Leben ist stärker als der Tod

Das Leben ist stärker als der Tod“, das feiern wir in vielfältigen Varianten am Osterfest. In diesem Jahr ahnen wir den Frühling mehr, als dass wir ihn schon erleben. Vorgezogene Frühlingspflanzen, jede Menge bunte Eier, Sonderangebote für Süßigkeiten stärken diese Ahnung.

In den Kirchen besinnen wir uns auf die Hoffnung, die in den bewegenden überlieferten Worten verborgen ist. Wir tun alles, was wir können, damit das Leben seine Kraft entfalten kann. Aber wir stehen auch unter dem Eindruck dessen, wofür der Karfreitag freigehalten ist: Die Frage „Warum?“ hat Jesus am Kreuz deutlich gestellt. Er, den wir als Sohn Gottes bekennen, hat nach alten, ihm vertrauten Worten gegriffen, als ihm die Worte fehlten. „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Der Tod eines Angehörigen, ein schrecklicher Flugzeugabsturz, Bilder von Menschen, die vor dem Tod fliehen und im Meer den Tod finden, führen zu der Frage „Warum?“ – und zu der Erkenntnis, dass diese Frage bleibt und ihr Gewicht hat. Auch heute, wo viele Fragen schlüssig beantwortet werden, auf die Menschen früher keine Antwort hatten. Wo wir uns in Sicherheit wiegen, weil wir im weltweiten Netz jede Frage beantwortet bekommen können. Weil die Forschung immer weiter drängt, und viele Erfolge zu verzeichnen hat.

Seit dem ersten Karfreitag und dem ersten Osterfest geht die quälende Frage „Warum?“ mit der hoffnungsvollen Ahnung „Das Leben ist stärker als der Tod“ Hand in Hand. Beide haben ihr Recht, beide brauchen ihren Platz. Es fällt es schwer, die Fragen auszuhalten, deren Antwort sich uns entzieht. Es ist entlastend, an dieser Stelle ehrlich zu sein. Gemeinsam zu ertragen, das es hier vielleicht Deutungen gibt, aber nicht die eine, die einzige Antwort. „Das Leben ist stärker als der Tod“, um diese Hoffnung zu feiern, kommen wir Ostern zusammen, in den Familien, in den Kirchen.