Gudrun Wölke aus Bottrop kocht Nudeln mit Lachs und Spinat

Das isst der Pott Bottrop - Folge 8

In der achten Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Gudrun Wölke besucht.
Di, 16.06.2015, 14.04 Uhr

In der achten Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Gudrun Wölke besucht.

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Was wir bereits wissen
Die Bottroperin kocht viel und sehr gerne. Ihr sommerliches Pasta-Gericht kommt bestens ohne Bratfette und Röstaromen aus.

Bottrop.. Diese Küche ist die Wucht. In der Mitte steht der Herd, in der Höhe genau bemessen auf Gudrun Wölke. Rundum ist Stauraum, Stauraum und noch mal Stauraum. Hier lässt es sich gut kochen, in dem Anfang der 90er Jahre bezogenen Haus am Middeweg auf dem Kalten Eigen, und hier kocht Gudrun Wölke auch gern und gut. Zum Beispiel Nudeln mit Lachs und Spinat. Wenig Nudeln mit viel Lachs und sehr viel Spinat.

WAZ-Serie „Das hier war bei unserem Einzug eine dunkle Höhle“, erzählt die Köchin beim Zwiebelschneiden. Heute fällt viel Licht in den angebauten Wintergarten. Und wo die Wölkes - er ist Musikdozent, sie arbeitet im Personaldezernat der Stadt Essen - schon mal dabei waren, haben sie die alte Küche komplett auf links gedreht.

Gudrun Wölke kocht ausgesprochen effizient. Das Rezept liegt griffbereit auf einem beleuchteten Lesepult („Habe ich schon ewig und drei Tage.“). Das Nudelwasser erhitzt sie nicht auf dem Herd, sondern im elektrischen Wasserkocher: „Geht schneller und verbraucht weniger Strom.“

Die Herdplatte unter dem Nudeltopf wird ausgeschaltet, bevor die Tagliatelle bissfest gar sind: „Die letzten fünf Minuten schaffen sie alleine.“ Und das Gemüse wird angeschwitzt in einer beschichteten Pfanne. Ohne Fett. Ohne Fett? „Man kann auch ein wenig Butter dazutun für den Geschmack. Aber nötig ist das nicht. Der Lachs hat Fett genug.“

Das Rezept hat erkennbar italienische Wurzeln. Wo Gudrun Wölke es her hat, weiß sie nicht mehr genau. „Unsere Tochter war halt Vegetarierin, die Fisch gegessen hat. Da musste ich etwas Passendes finden.“ Vermutlich stammt es aus einem ihrer vielen Kochbücher, die fast einen ganzen Schrank füllen.

Ihr erklärter Liebling unter den TV-Köchen ist Helmut Gote, der gebürtige Bottroper. Natürlich hat sie seine Kochbücher (mit Widmung, versteht sich), natürlich ist sie dabei, wenn er in der Region live kocht. Ein Souvenir davon ist die Kochschürze aus Dorsten (mit Autogramm, versteht sich).

Das isst der Pott Zwiebeln, Knoblauch und Fisch sind angedünstet, Gudrun Wölke löscht ab mit dem aufgetauten Blattspinat („hat immer noch genug Flüssigkeit“) und ein wenig Brühe, in die sie Speisestärke für die Bindung rührt. Für noch mehr Cremigkeit in der Soße sorgt Schmand. „Ist noch einen Tick zu flüssig“, sagt sie und lässt noch einige Stäubchen Stärke in die Pfanne rieseln.

Dann die abgetropften Nudeln untermischen, anrichten und servieren. Am Tisch reibt sie Muskatnuss über die dampfenden Teller. Ein Gericht ganz ohne Röstaromen und Bratfette, die der Schreiber dieser Zeilen eigentlich für die einzig wahren Geschmacksträger hält. Und was soll ich sagen? Sehr günstig, sehr gut. Sollte doch was überbleiben: einfach aufwärmen.

Und so geht’s: Bandnudeln mit Lachs und Spinat

Die Zutaten:

300 g Tagliatelle, 400 g Räucherlachs, 1000 g Blattspinat, Zwiebeln und Knoblauch Muskat, Pfeffer, Salz100 ml Brühe.

Tagliatelle oder andere Bandnudeln (nur nicht zu breit) nach Packungsanweisung kochen, abgießen. Aufgetauten Blattspinat (vorbereiten!), Zwiebeln und Knoblauch in einer beschichteten Pfanne ohne Zugabe von Fett andünsten, mit etwas Brühe ablöschen.

Zerkleinerten Lachs dazugeben, als Alternative schmeckt auch Stremellachs sehr gut. 1 - 2 TL Speisestärke in heißer Brühe auflösen, mit Schmand dazugeben, falls nötig, mit etwas Brühe verdünnen. Würzen mit Pfeffer, Muskat und eventuell Salz (Achtung, ist schon in der Brühe) . Nudeln untermischen, nach Geschmack mit Pinienkernen bestreuen und servieren.