Bei Dorothea Klümper spielt am Herd Honig die Hauptrolle

Das isst der Pott Bottrop - Folge 10

In der zehnten Folge unserer Kochserie hat Redakteur Kai Süsselbeck unsere Leserin Dorothea Klümper besucht.
Di, 30.06.2015, 12.40 Uhr

In der zehnten Folge unserer Kochserie hat Redakteur Kai Süsselbeck unsere Leserin Dorothea Klümper besucht.

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Was wir bereits wissen
Die Hobby-Imkerin aus Bottrop hat Bienenvölker am Ottenschlag, im Pinntal und in der Eifel. Deshalb kommt ihr Rezept auch honigsüß daher.

Bottrop.. Für den Foto- und Videokollegen Thomas Gödde war der Fall klar: „Von mir gibt es volle Punktzahl“, lobt er nach der Verkostung Köchin Dorothea Klümper. Pluspunkte gab er vor allem für die Zutat, die nicht sehr viele Köche im Rezeptbuch stehen haben: Honig. Selbst geschleuderter Honig.

WAZ-Serie Viele Köche verachten Geflügelgerichte nach dem Motto: „Echtes Fleisch muss rot sein.“ Die indische Küche allerdings beweist seit langem, wie man auch weißem Fleisch Würze verleihen kann. Und die Hobby-Imkerin Dorothea Klümper, Vize-Vorsitzende des Bottroper Imkervereins, kann zu diesem Thema gleich zwei Beiträge leisten: Honig als Marinade und als Dressing.

Für das sommerliche Kochen am Ottenschlag in Grafenwald hat Dorothea Klümper ihr im Winter eingereichtes Drei-Gänge-Menü leicht abgewandelt in eine sommerliche Salatvariation. Die Grundidee aber ist gebliebern.

Die Hähnchenbrüste werden in Honig (Akazie) und Senf (mittelscharf) eingelegt. „Mindestens zwei bis drei Stunden, am besten über Nacht im Kühlschrank“, sagt die Köchin. Honig ist auch die Grundlage des Dressings.

Dafür muss er allerdings flüssig sein. Wer nur festen hat: im Wasserbad erwärmen. Dazu kommt ebenfalls Honig und beim Anrichten Petersilie, Schnittlauch und Sauerampfer, ebenso aus dem eigenen Garten wie die Salate. Dort hätte Dorothea Klümper gern auch die Erdbeeren für den Nachtisch gepflückt, aber: „Dieses Jahr waren die Drosseln schneller.“

Zucker kommt im Rezept der Imkerin überhaupt nur an einer Stelle vor: beim Karamellisieren der Walnüsse, die sowohl dem Salat als auch dem Nachtisch den „Crunch“ geben, von dem TV-Koch Tim Mälzer gerne schwärmt: Das Schmelzen und spätere Erstarren klappt mit Honig einfach nicht.

Die Walnüsse gehen ebenso in die (beschichtete) Pfanne wie die Hähnchenbrüste im Schinkenmantel (Steakpfanne) und der Teig aus Kartoffeln, Ei, Mehl und Salz. Die geriebenen Kartoffeln bleiben ein Weilchen stehen. Das Wasser oben wird abgeschöpft. Angebraten wird mit reichlich Öl. Denn: Wir sind im bergbaugeschädigten Grafenwald, die Pfanne hat Schlagseite.Und schon kann angerichtet werden: Salat unten, dann Dressing und oben die Hähchenbrüste und die Reibeplätzchen, damit sie nicht matschig werden, ganz oben den zerbröselten Walnuss-Karamell. Ganz ehrlich? Der Honig macht den Unterschied. Und wie!

Und so geht’s: Huhn mit Salat und Reibeplätzchen

Die Zutaten: Salat, ca. 4 El. Honig, 1-2 Tl. Senf, Brühe, Kräuter, Walnüsse, Zucker.Hähnchenbrust, Honig, SenfSchinken. Reibekuchen: 8 Kartoffeln, 2 Eier, Mehl, Salz, Öl.

Vorbereitung: Hähnchenbrust schneiden, mit Honig und Senf marinieren und in Schinkenstreifen wickeln. Für den Salat in einer beschichteten Pfanne Karamell aus Zucker und Walnüssen zubereiten, auf Alufolie abkühlen lassen. Fürs Dressing flüssigen Honig mit 1-2 Tl. Senf vermischen und mit etwas Brühe verfeinern.

Kartoffeln reiben, absetzen lassen und Flüssigkeit abgießen. Mit den Eiern und etwas Mehl verrühren, salzen und in viel Öl kleine Kartoffelplätzchen ausbacken. Hähnchenbrust scharf anbraten und nachgaren lassen. Salat mit Dressing, Hähnchenbrust, Kartoffelplätzchen und Walnuss-Karamell anrichten.