Das Hansa Zentrum in Bottrop ist verkauft

Im Sommer 2013 musste die Projektgesellschaft, die das Hansa Zentrum erneuern wollte, Insolvenz anmelden. Nun gehört es der Publity AG.
Im Sommer 2013 musste die Projektgesellschaft, die das Hansa Zentrum erneuern wollte, Insolvenz anmelden. Nun gehört es der Publity AG.
Foto: www.blossey.eu
  • Neuer Eigentümer führt Gespräche mit potenziellen Mietern
  • Er redet auch mit Firmen, die in der Vergangenheit interessiert waren
  • Verantwortliche hoffen auf Neueröffnung im Herbst 2018

Bottrop..  Das Hansa-Zentrum hat einen neuen Besitzer. Ein Immobilienfonds der Leipziger Publity AG hat das Einkaufszentrum übernommen und will die Renovierung und Vermietung fortsetzen. Die neuen Eigentümer investieren einen zweistelligen Millionenbetrag und sprechen von „Revitalisierung“.

„Aktuell laufen die Gespräche mit potenziellen Mietern“, sagt Publity-Sprecher Axel Mühlhaus. Dabei rede man auch mit den Unternehmen, die in der Vergangenheit Interesse gezeigt oder schon Mietverträge unterschrieben haben. Im Fall einer Insolvenz müssten solche Verträge jedoch neu verhandelt werden. Zu Namen wie Adler oder Saturn, die vor der Insolvenz als Ankermieter genannt worden waren, äußerte sich der Sprecher nicht. Erst mit unterzeichneten Verträgen wolle man mehr sagen.

Die neuen Besitzer bauen auf das Konzept auf, das Redos seinerzeit entwickelte. „Wir werden es an einigen Stellen modifizieren, aber es wird kein komplett neuer Ansatz.“

Neben Einzelhandelsflächen soll es im Hansa-Zentrum künftig auch Büro- und Praxisräume sowie Wohnflächen geben. „Das Hansa- Zentrum bietet durch seine ideale Lage in der Innenstadt einen zentralen Anlaufpunkt für die Bevölkerung. Die hohe Passantenfrequenz und die hohe Vorvermietungsquote werden für eine schnelle Vollvermietung des Objekts sorgen“, sagt Frederik Mehlitz, Geschäftsführer der Publity Performance. Mühlhaus geht davon aus, bis zum Jahresende 70 Prozent der Flächen vermieten zu können. Er spricht von einer Neueröffnung im Herbst 2018.

Für Bottrop hat sich der Leipziger Immobilienfonds entschieden, weil das Angebot attraktiv war und man das Projekt für „aussichtsreich“ halte. Die Fonds der Publity AG sind in erster Linie auf Büroimmobilien spezialisiert. So hat das Unternehmen vor einiger Zeit die ehemalige Karstadt-Zentrale in Essen-Bredeney übernommen. Zum Bestand gehören auch verschiedene Einzelhandelsobjekte, etwa der Boulevard in Bielefeld.

Oberbürgermeister Bernd Tischler ist erleichtert, dass die Hängepartie um das insolvente Einkaufszentrum ein Ende hat. „Ich habe inzwischen die Verantwortlichen eingeladen, damit wir uns kennenlernen und vielleicht schon einige Dinge besprechen können“. Tischler sicherte dem Investor Unterstützung in organisatorischen Fragen zu. „Wir haben in der Verwaltung eine Runde, die solche Großprojekte begleitet.“ Was etwa Baugenehmigungen oder Planungsvorgaben angehe, hätten bisher alle Interessenten über den Insolvenzverwalter darauf Zugriff gehabt. So seien sie jederzeit informiert gewesen, was planungsrechtlich an dieser Stelle der Innenstadt möglich und genehmigt ist.

Politik und Einzelhandel sind erleichtert

Erleichterung – dass ist wohl das Gefühl, dass die meisten Menschen empfinden. Hermann Hirschfelder (CDU), der Vorsitzende des Wirtschaftsförderungsausschuss, spricht von einem Stein, der ihm vom Herzen gefallen sei. „Auch wenn wir ja oft genug darauf verwiesen haben, dass der Einfluss von Politik und Verwaltung in dem Verfahren gering war.“ Schließlich handelt es sich bei dem Hansa-Zentrum um Privatbesitz. Hirschfelder glaubt, dass es Politik und Verwaltung generell gelungen sei „ein durchaus investitionsfreundliches Klima aufrecht zu erhalten“.

Grünen-Fraktionschefin Andrea Swoboda begrüßt den Verkauf des Einkaufszentrums ebenfalls. Dessen Revitalisierung sei „wichtiger Bestandteil der gesamten Innenstadtplanung mit Blick auf den örtlichen Einzelhandel“. In dem Zusammenhang halten die Grünen einen Elektromarkt in der Innenstadt für „unverzichtbar“, so Andrea Swoboda.

Der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands, Jan Gerd Borgmann: „Jede Lösung ist besser als ein Insolvenzverwalter, der das Sagen hat.“ Er hoffe, dass der Investor nun zügig vorankommt. Das Potenzial habe er. Wenn der neue Eigentümer das Objekt kleinteilig entwickeln wolle, dann gebe es auch in Bottrop entsprechende Experten, lädt Borgmann die neuen Besitzer zu Gesprächen ein.