Centro-Tour der Stadt Bottrop für offizielle Gäste versetzt Grüne in Rage
27.09.2012 | 19:56 Uhr 2012-09-27T19:56:00+0200
Bottrop. Für die Delegationen der Partnerstädte organisiert die Verwaltung der Stadt einen Ausflug nach Oberhausen. Grüne und Einzelhandelsverband sehen das kritisch. Schließlich bemühten sich alle Beteiligten derzeit, Bottrop stärker als Einkaufsstadt zu positionieren.
Eine Tour zum Centro ist es, die die Grünen derzeit in Rage versetzt. Denn Organisator dieser Tour ist ausgerechnet die Stadt selbst. Sie hat die Delegationen der Partnerstädte, die ab heute zu Gast in Bottrop sind, zu einem Abstecher in die Nachbarstadt Oberhausen eingeladen – als offizieller Programmpunkt. Nach einem Besuch des Essener Ruhrmuseums auf Zollverein am Samstagmorgen geht es am Nachmittag ab 14.30 Uhr zum Centro . Dort, so heißt es im Programm der Stadt, gebe es verschiedene Möglichkeiten. Aufgeführt werden der Gasometer, der Hochseilklettergarten, das Aquarium Sea Life und „Einkauf“.
Falsches Signal
Letzteres ärgert Andrea Swoboda. „Eine Einladung ins Centro ist das falsche Signal“, sagt sie. Die Stadt habe die Diskussion um die Erweiterung des Centros sehr kritisch begleitet, da sei es befremdlich, die eigenen Gäste ins Centro einzuladen und quasi Werbung zu machen. Außerdem bemühten sich Politik, Einzelhandel und Stadtmarketing darum, Bottrop als Einkaufsstadt attraktiver zu gestalten . Die Grünen hätten sich deshalb entschlossen, an diesem Programmpunkt nicht teilzunehmen. Außerdem, so Andrea Swoboda, wolle sie das Thema im Wirtschaftsförderungsausschuss zur Sprache bringen.
Dessen Vorsitzender Hermann Hirschfelder (CDU) kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Schließlich sei das Centro ein Anziehungspunkt für auswärtige Besucher, „und wir können nicht so tun, als gäbe es das nicht“. Thorsten Albrecht von der Pressestelle der Stadt erklärt, der Centro-Besuch sei auf ausdrücklichen Wunsch der Partnerstädte zustande gekommen. Er verweist darauf, dass das Centro ja mehr sei als das reine Einkaufszentrum. Außerdem sei am Sonntag auch ein Besuch des Michaelismarktes vorgesehen. Und der Sonntag sei verkaufsoffen.
Centro-Besuch ein Wunsch der Delegationen
Der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands, Karl Reckmann, ist nicht besonders erfreut über den Programmpunkt. Ein Stück weit, so seine Einschätzung, werde der örtliche Handel „brüskiert“. Dabei sei der auf dem richtigen Wege. Auch die Erweiterung des Centros – gestern wurden immerhin 17 000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche eröffnet – sieht er gelassener. Der Handel habe nach der Eröffnung des Centros gelitten, Geschäfte mussten schließen, andere hatten Einbußen von rund 25 Prozent. Ähnliche Effekte fürchtet er durch die Erweiterung nicht. Inzwischen sei der Bottroper Handel gut aufgestellt. Reckmann glaubt, dass das neue Hansa-Zentrum positiv für die Kaufmannschaft sei.

15:50
Man sollte das Ruhrgebiet als eine Einheit sein... mit kleinbürgerlichem Denken kommt man in einem Ballungsgebiet nicht weit... für- und nicht gegeneinander. Man sollte nochmals über das Konzept einer Ruhrstadt nachdenken - das hätte viele vorteile und jetzt, wo man seine alten Nummernschilder auch behalten kann, kann man ja immer noch seine Zugehörigkeit zum Ausdruck bringen.
12:54
Wenn die Politiker der SPD und CDU schon zu einer Städtetour nach dem Centro einladen, erstaunt das nur die Bürger.Damit dienen sie als ganz schlechtes Beispiel. Bei der Haushaltsdebatte noch so tun, als wären höhere Parkgebühren der Feind der Geschäfte in der Bottroper Innenstadt.Dabei sitzen die größte Feinde der Geschäftsleute im Rathaus.Zu dem müssen wir uns doch fragen, welches Bild diesen Gästen von Bottrop und der Region Ruhrgebiet vermittelt wird? Das Centro wird bestimmt voll sein, so das jeder vernünftige Mensch morgen bestimmt nicht dahin fährt. Wir aber packen Gäste in dem Bus, damit diese durch volle Geschäfte gedrängt werden. Diese Gäste nehmen dann den Eindruck eines total hektischen und chaotischen Ruhrgebiet mit. Zumal diese Gäste ja auch schon Bottrop anders erleben, als es üblicher Weise ist.Da kann man genauso gut auf den Städteaustausch verzichten, wenn nur falsche Eindrücke vermittelt werden.
Welches Bild soll denn vermittelt werden? In Bottrop ist die größte Attraktion die Movieworld und die Skihalle, in Gelsenkirchen Schalke und Zoom, Duisburg wohl Forum und Innenhafen, in Essen die Innenstadt usw.- soll man den Leuten einen Sack überstülpen und vorgaukeln, wir leben hier in der Einöde? Das Ruhrgebiet ist das größte Ballungsgebiet Europas- natürlich ist es hier voll und ist viel in Bewegung. Und wenn die Gäste nun mal den ausdrücklichen Wunsch haben, das Centro zu besuchen, was soll man dem entgegensetzen? Nein, das gibt es nicht, das Übertreten der Stadtgrenze ist verboten?
09:28
Wen wundert es, dass die Stadt so vorgeht, wenn sie auch eine stark defizitäre Stadtmarketinggesellschaft mit mehreren 100.000 Euro stützt, der nichts besseres einfällt als Butterfahrten für Bottroper in ganz Deutschland zu organisieren und durchzuführen und damit den privaten Anbietern nch Wettbewerb macht...