Caritas im Ruhrbistum muss Millionen sparen

Auf die Caritas kommen harte Zeiten zu.
Auf die Caritas kommen harte Zeiten zu.
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Was wir bereits wissen
Die Kirchensteuermittel für die Caritas im Ruhrbistum sinken um 20 Prozent. Greifen werden die Kürzungen ab 2017. Betroffen sind Beratungsstellen.

Bottrop..  Auf die Caritas im Bistum Essen kommen schwere Zeiten zu. Auf Grund der sinkenden Kirchensteuereinnahmen sollen auch die Zuschüsse an die örtlichen Caritasverbände sinken. 20 Prozent weniger Kirchensteuermittel haben sie ab 2017 zu erwarten. „Wir bedauern das außerordentlich“, erklärt der Bottroper Caritas-Direktor Dr. Andreas Trynogga und hofft zugleich, dass die angekündigten Summen nicht „in Stein gemeißelt sind“.

Denn betroffen von den Einsparungen wären in erster Linie die offenen Beratungsangebote des Caritasverbandes, wie die Ehe- und Familienberatung, die allgemeine Sozialberatung, Kinder- und Jugend- und Flüchtlingsberatung, oder in anderen Städten etwa auch die Hospizarbeit. Aufgaben, bei denen man sich eine Kürzung kaum vorstellen mag.

Fünf bis sieben Prozent der Aufgaben betroffen

In Bottrop wären etwa fünf bis sieben Prozent der Aufgaben der Caritas und damit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den beschlossenen Kürzungen betroffen, schätzt Caritas-Direktor Dr. Trynogga. „Wir haben jetzt zwei Jahre Zeit, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen und die Erträge zu steigern.“ Keinesfalls werde man jetzt allerdings in „Aktionismus“ verfallen. Aber schon heute müsse man sich Gedanken über die Personalplanung machen und entscheiden, ob frei werdende Stelle wieder neu besetzt werden können.

Ursprünglich sollten die Einsparungen bereits ab 2015 greifen. Dass in den kommenden zwei Jahren nun doch noch nicht (so stark) gespart werden muss, liegt an der „Schwankungsreserve“, aus der man 2015 und 2016 Mittel entnehmen werde. Bis 2017 sei dieser Topf dann aber gänzlich aufgebraucht, hat der Caritasverband für das Bistum Essen in der vergangenen Woche in einer Pressemitteilung erklärt.

Danach erhielt die Caritas im Bistum im letzten Jahr noch 15,8 Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln. Dieser Betrag sinkt bereits in diesem Jahr um eine Million Euro (6,7 Prozent) und soll dann im kommenden Jahr auf 12,5 Millionen Euro gekürzt werden. Damit reduzieren sich die Zuschüsse im Vergleich zu 2014 um 3,3 Millionen Euro oder 21,6 Prozent. Weitere Kürzungen sind offenbar nicht ausgeschlossen, denn in der Presseerklärung der Caritas heißt es auch: „Im Jahr 2017 werde dann über den Zuschuss für 2018 entschieden.“

Caritas neu aufstellen

Eine Delegiertenversammlung des Verbandes hat eine Resolution verabschiedet, in der sie Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck bittet, die Kürzungen zu überdenken, weil sonst Dienste und Angebote aufgegeben werden müssten. Die Kirchensteuermittel für die Caritas fließen zu 80 Prozent an die zehn Ortsverbände im Bistum. Im übrigen habe das Bistum 2013 mehr Kirchensteuern eingenommen.

Dennoch will man die nächsten zwei Jahre auf Bistumsebene dafür nutzen, ein Spar-Konzept zu entwickeln und die Neuaufstellung der Caritas zu planen.