Caritas-Chef wünscht sich Stärkung der Professionalität

Flüchtlingsberatung hier mit Bettina Beusing und Milica Tokic ist eine wichtige Aufgaben der Caritas.l
Flüchtlingsberatung hier mit Bettina Beusing und Milica Tokic ist eine wichtige Aufgaben der Caritas.l
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Bistum Essen will die Flüchtlingsarbeit vor Ort intensivieren. Es sollen Flüchtlingsbeauftragte kommen und ein Hilfsfonds aufgelegt werden.

Bottrop..  „Da sind noch viele Hausaufgaben zu machen“, meint der Bottroper Caritas-Direktor Dr. Andreas Trynogga zu der Ankündigung des Bistums Essen, dass die Flüchtlingshilfe intensiviert werden solle. Bischof Overbeck hatte am Freitag auch lokale Flüchtlingsbeauftragte und einen Hilfsfonds versprochen.

Dass man aber in Bottrop bereits in den Startlöchern steht, um die Pläne umzusetzen, davon kann keine Rede sein. Denn vielmehr als der am Freitag in Duisburg-Marxloh den Stadt- und Kreisdechanten und den örtlichen Caritas-Direktoren vom Bischof vorgestellte Plan des Ruhrbistums liegt ihm auch noch nicht vor. Fest steht lediglich: „Wir werden mit der katholischen Stadtkirche und Probst Neumann zusammenarbeiten.“, so Dr. Trynogga.

Ehrenamtliche Arbeit

Caritas muss sparen

Es seien noch eine ganze Reihe von Fragen offen, meint der Bottroper Caritas-Chef. Die wichtigste: „Welche Aufgaben soll der Flüchtlingsbeauftragte übernehmen?“ Denn offensichtlich ist dabei an eine ehrenamtliche Kraft gedacht. Dr. Trynogga: „Die Frage ist doch, ob man das ehrenamtlich machen kann.“

Schon heute sei der Bottroper Caritasverband stark in der Flüchtlingsarbeit vertreten, meint der Caritas-Chef. Es werde bereits Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer geleistet, erweiterte Migrationsberatung sowie auch allgemeine Flüchtlingsberatung und die an Projekte gebundene Beratung.

Flüchtlingen brennen viele Fragen unter den Nägel

Den Flüchtlingen, die hierher kommen, brennen Fragen zu ihrem Rechtsstatus unter den Nägeln oder auch, wann sie ausgewiesen werden, wenn ihre Aufenthaltserlaubnis nicht verlängert worden ist. Viele Flüchtlinge aus Kriegsgebieten seien außerdem schwer traumatisiert und benötigten eine psychosoziale Beratung. Für die Arbeit sei es wichtig zu wissen, aus welchen Kulturen die Flüchtlinge kommen, um ein besseres Fundament für die weitere Arbeit zu haben. Generell würde sich der Caritas-Direktor „eine Stärkung der Professionalität“ wünschen, denn: „Man kann nicht alles mit dem Ehrenamt machen.“ Ohnehin sind auch jetzt schon Ehrenamtliche hier im Einsatz.

Nach den Vorstellungen von Bischof Franz-Josef Overbeck sollen lokale Flüchtlingsbeauftragte benannt werden, die „vor Ort kirchliche Flüchtlingsarbeit koordinieren und damit zentrale Ansprechpartner für die Kommunen und andere Partner der Flüchtlingshilfe werden“. Vernetzt werden sollen sie mit einer neuen Arbeitsgruppe, die sich „auf Bistumsebene des Themas Flüchtlinge und Zuwanderung annimmt“.

Das Bistum will auch einen Fonds zur Unterstützung der Flüchtlingsarbeit auflegen und mit zunächst 250 000 Euro ausstatten. Außerdem hat der Caritasverband im Bistum Essen den Auftrag, ein Qualifizierungsprogramm zur Schulung dere ehrenamtlichen Mitarbeiter zu erarbeiten.