Bus bringt WAZ-Leser aus Bottrop zur Emscherkunst

Auf den Spuren der Buslinie SB 91 führt ein Abstecher die WAZ-Leserinnen und Leser auch zu Fundstücken der ehemaligen Zeche Vondern.
Auf den Spuren der Buslinie SB 91 führt ein Abstecher die WAZ-Leserinnen und Leser auch zu Fundstücken der ehemaligen Zeche Vondern.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die zweite Tour der gemeinsamen Leseraktion von WAZ-Lokalredaktion und Vestische führte nach Oberhausen. Motto: „Burgen, Schlösser und Paläste“.

Bottrop.. Unter dem Motto „Burgen, Schlösser und Paläste“ begaben sich 25 WAZ-Leserinnen und Leser auf Tour mit einem Sonderbus. Im Rahmen der Sommeraktion von WAZ-Lokalredaktion und Vestische ging es diesmal auf den Spuren der Buslinie SB 91 über die Stadtgrenzen hinaus ins benachbarte Oberhausen. Mit dabei waren Busfahrer Walter Kling, seit acht Jahren bei der Vestischen, Reimund Kreutzberg von der Vestischen und natürlich Holger Kröcher, seit 20 Jahren Gästeführer.

Auch wenn es sich beim ZOB, dem Startpunkt der Tour, nicht gerade um Palast, Burg oder Schloss im Sinne des Mottos handelt, so aber doch um den grünsten Busbahnhof im Revier. „Neun Millionen Fahrgäste transportiert die Vestische pro Jahr, 20000 steigen täglich am ZOB auf den 16 Bussteigen ein und aus“, erläutert Reimund Kreutzberg. „Auf 24 Linien fahren die Busse der Vestischen rund 3,4 Millionen Kilometer pro Jahr.“

So schön der Busbahnhof ist, so verdecke er aber doch einen wunderbaren Blickfang im Zentrum, meint Holger Kröcher. Das 1921/22 im klassizistischen Stil erbaute Postgebäude. Mit weiteren Informationen zur Stadt, Anekdoten zu Spiekenbaum- und Luggesmühle und vorbei an den Jugendstilhäusern des Altmarktes und renovierten Villen an der Osterfelder Straße geht’s zum ersten „medizinischen „Palast“, dem Knappschaftskrankenhaus. „1937 eröffnet, wurden hier zunächst nur Bergleute behandelt“, erklärt der Stadtführer. „Inzwischen Lehrkrankenhaus der Universität Duisburg-Essen und nach vielen Umbauten macht sich die Klinik über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen.“

Vorbei an Solebad und Revierpark Vonderort ist dann im Nu die Stadtgrenze erreicht. „Die Bürgermeisterei Oberhausen wurde durch königliche Order 1861 gegründet und erhielt bereits 1874 die Stadtrechte“, erklärt Holger Kröcher. „Durch die Kommunale Neugliederung wurden 1929 die Stadtkreise Oberhausen, Osterfeld und Sterkrade zur neuen Stadt Oberhausen.“

Kaum weicht der Bus von seiner üblichen Route in die Arminstraße ab, geht vor einer Absperrung fast nichts mehr. „Alle raus, Bus anheben und drehen. Ich trage die Verantwortung und bin damit ausgelastet“, scherzt Holger Kröcher. Doch so schlimm kommt es nicht, im Nu hat Walter Kling seinen Bus gewendet und steuert das nächste Highlight an: Burg Vondern. Über 1000 Jahre alt war sie einst Sitz der Herzöge von Kleve. „Der Emscherbruch war feucht. Und überall, wo man Wegezoll erheben konnte, errichtete man Burgen“, erläutert der Stadtführer. Lange vom Abriss bedroht steht die Burg seit 1980 unter Denkmalschutz. „Hier gibt’s tolle Konzerte und alle drei Jahre ein Mittelalter-Festival“, so Kröcher.

Von der Burg Vondern zum „Einkaufspalast“

Abseits von Burgen, Palästen und Schlössern wartet unweit der Burg Vondern eine blaue Linie die WAZ-Leser - die Emscherkunstlinie. Oben rauscht hinter Lärmschutzwänden der Verkehr auf der Autobahn A 42, unten ziehen bunte Mosaike die Blicke der Tourteilnehmer auf sich. „Die hat der Oberhausener Künstler Willi Brandes mit Kindern der Siedlung entwickelt“, erläutert Stadtführer Holger Kröcher. „Und die Einwohner achten darauf, dass sie erhalten bleiben.“

Entlang großformatiger Malereien geht’s zu Fuß durch die Unterführung. „Die Entwürfe dieser Kunstwerke stammen von der kalifornischen Comic-Künstlergruppe um Cal Slayton, zwei Folkwang-Studenten setzten sie um“, so Kröcher. Vorbei am „Brachenthron“ des Mülheimer Künstlers Will Brands - entwickelt mit Anwohnern und Kindern aus Überresten der Zeche Vondern - und der „Durchblicksmauer“ von Guido Berndsen geht’s schließlich über Emscher und Rhein-Herne-Kanal. Wie bestellt suchen just in diesem Augenblick zwei Schlepper ihren Weg über die Wasserstraße während unweit entfernt der „Zauberlehrling“ - die 35 Meter hohe Stahlskulptur der Künstlergruppe Inges Idee - als geschwungener Strommast über die Wiese tanzt und die „Emschersäule“ an die technische Überformung der Landschaft erinnert.

Zurück im Bus erwartet die Leser noch ein Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes: Mit wunderbaren Ausblicken auf die „Neue Mitte“ geht’s vorbei an Gasometer und Arena über die Rampe zum Centro - dem „Einkaufspalast“.