Bundeskriminalamt legt sich fest: Der Raubmörder von Stöcken schoss auch in Bottrop

Die Polizei sucht mit Hilfe von Fotos und Videosequenzen nach einem Raubmörder von Hannover-Stöcken. Der Täter soll im April auch den Lidl an der Gladbecker Straße überfallen haben.
Die Polizei sucht mit Hilfe von Fotos und Videosequenzen nach einem Raubmörder von Hannover-Stöcken. Der Täter soll im April auch den Lidl an der Gladbecker Straße überfallen haben.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Eine Untersuchung der Geschosse ergab, dass die Waffe bei fünf Überfallen eingesetzt wurde, darunter beim Überfall auf den Lidl an der Gladbecker Straße im April

Die Fahnder in Recklinghausen und Hannover hatten den richtigen Riecher: Ein Gutachten des Bundeskriminalamtes bestätigte ihren Verdacht, dass der Räuber, der im April den Lidl an der Gladbecker Straße überfiel, auch der Raubmörder von Hannover-Stöcken ist. Dort hatte der Täter am 4. Dezember bei einem Überfall auf einen Supermarkt einen 21-jährigen Kunden erschossen und einen weiteren 29-Jährigen schwer verletzt.

Ähnlichkeiten in der Tatbegehung hatten die Fahnder auf einen möglichen Zusammenhang gebracht: Wie bei anderen Überfällen auch war der Täter am 17. April gegen 21 Uhr als einer der letzten Kunden in den Lidl an der Gladbecker Straße gekommen. Er bedrohte die Kassiererin mit einer Pistole und gab mehrere Warnschüsse ab, bevor er mit der Kassenschublade auf einem Fahrrad über die Gladbecker Straße flüchtete.

Auch an der Weizenfeldstraße in Hannover-Stöcken war der Täter am 4. Dezember kurz vor Ladenschluss in den Supermarkt gekommen, hatte die Kassiererin (51) mit der Pistole bedroht. Er hatte die Beute schon in der Hand, als ein Kunde (21) den Markt betrat, den Überfall bemerkte und einzuschreiten versuchte. Im Handgemenge fiel der tödliche Schuss. Danach schoss der Täter noch auf einen weiteren Kunden, der gerade den Markt betrat. Er wurde schwer verletzt.
Nach dem Raubmord hatte die Kripo in Hannover die Ermittlungsgruppe „Discounter“ zur Fahndung nach dem mutmaßlichen Serientäter gegründet. Kurz vor Weihnachten nahm ein Spezialeinsatzkommando in Hamm einen Tatverdächtigen fest. Den mussten sie einen Tag später wieder auf freien Fuß setzen, weil er beweisen konnte, dass er zum Zeitpunkt des Todesschusses gar nicht in Deutschland war.

Das BKA hat jetzt festgestellt: Die Überfälle in Bottrop, Hamm, in Burg (Sachsen-Anhalt), in Hannover-Stöcken und Hannover-Recklingen sind mit derselben Waffe verübt worden. Der Fall wird jetzt zentral in Hannover bearbeitet.