Bürger sollen Wintervögel zählen

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Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Nabu ruft auf zur Teilnahme an der „Stunde der Wintervögel“. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten

Die Kohlmeise war im vergangenen Winter der Star in Bottrops Gärten – zumindest bei der alljährlichen Zählung der Wintervögel, zu der der Naturschutzbund (Nabu) aufruft. 190 mal haben die Teilnehmer den Vogel beobachtet. Auf den Plätzen folgten Haussperling und Amsel.

Auch in diesem Jahr ruft der Nabu wieder zur Zählung auf. Diese so genannte „Stunde der Wintervögel“ findet statt vom Freitag, 9. Januar, bis Sonntag 11. Januar. In diesem Zeitraum ist jeder aufgerufen eine Stunde die Vögel im Garten, auf dem Balkon oder in Parks zu zählen und zu melden.

Der Bottroper Nabu-Vorsitzende Dieter Ullrich hofft auch in diesem Jahr auf viele fleißige Helfer bei dieser „inzwischen auch unter Wissenschaftlern sehr angesehenen Aktion“. Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation sei nicht nötig, denn die „Stunde der Wintervögel“ funktioniere ganz einfach: Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig entdeckt wird.

Auch Gärten, in denen nur wenige Vögel zu sehen sind, sollten unbedingt erfasst werden, heißt es seitens des Nabu. „Rückgänge von Arten können wir bei der Stunde der Wintervögel nur mitbekommen, wenn wir auch die kleinen Zahlen erhalten. Gerade ein schleichender Rückgang, wie wir ihn ganz aktuell bei der Amsel feststellen, würde sonst niemals auffallen“, sagt Bernd Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz im Nabu NRW. Man vergleiche auch die Artenzusammensetzung zwischen Gärten mit und ohne Winterfütterung. „Wichtig ist daher, dass auch dort gezählt wird, wo kein Futterhäuschen in Sichtweite ist.“

Im Mittelpunkt der Aktion stünden vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten, die auch den Winter hier verbringen wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Eventuell sei diesmal vermehrt mit Zugvögeln wie Hausrotschwanz, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke und Heckenbraunelle zu rechnen. „Möglicherweise haben einige dieser Arten aufgrund des Wetters ihre Reise nicht angetreten“, so Jellinghaus. Besondere Aufmerksamkeit verdienten auch Amsel und Grünfink – und die Frage, ob beide Arten wie in den letzten Jahren weiter abnähmen. Gerade der Grünfink hätte im vergangenen Jahr Anlass zur Sorge gegeben, wurden doch zahlreiche kranke und tote Tiere in Gärten oder an Futterstellen aus NRW gemeldet.

Zur Aktion stellt der NABU im Internet eine Zählhilfe und Porträts der häufigsten Vogelarten.