Bürger gärtnern gemeinsam auf dem Kulturhof

Viele Bottroper beteiligten sich und gärtnerten auf dem Kulturhof
Viele Bottroper beteiligten sich und gärtnerten auf dem Kulturhof
Foto: Socrates Tassos/FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Am Kulturzentrum fällt der Startschuss für das Projekt „Gemeinsinn schafft Garten“. Bottroper beteiligen sich am Bau von Hochbeeten, die später in der Stadt aufgestellt werden.

Bottrop..  Nach den ersten, zunächst noch wenig konkreten Ankündigungen bei den zwei Informationsveranstaltungen in den vergangenen Wochen (die WAZ berichtete) konnten die Verantwortlichen des Projekts „Gemeinsinn schafft Garten“ nun einen ersten Fortschritt bei ihren Bemühungen, innerstädtische Grünflächen zu gemeinschaftlich nutzbaren Nutzgärten umzugestalten, vermelden: Am Samstag bauten nun rund 50 Interessierte die ersten Hochbeete im Hof direkt hinter dem Kulturzentrum August Everding auf.

Ganz im Sinne des grünen Projektgedankens diente eine kleine Lkw-Ladung ausrangierter Euro-Paletten als Ausgangsmaterial für die würfelförmigen Beete, die nun den Kulturhof schmücken: In Handarbeit wurde das Holz in seine neue Form genagelt und geschraubt, anschließend Vlies in die Kästen eingelassen. Erst dann begann die eigentliche Gartenarbeit: Nachdem zunächst Erde aufgeschüttet worden war, konnten die ersten Pflanzen gesetzt werden. Dabei standen vor allem gegenseitige Hilfe und Miteinander für die Teilnehmer im Vordergrund: Immer wenn einzelne Gärtner nicht mehr alleine weiter kamen, boten sich zahlreiche helfende Hände an.

Die im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Aktion hat das Ziel, auf Dauer das gemeinschaftliche Gärtnern im Innenstadtbereich zu fördern. Die mobilen Gartenanlagen, die an dem Aktionstag entstanden sind, werden zunächst bis März auf dem Kulturhof stehen bleiben, ehe dann über einen Umzug auf eine bisher noch nicht festgelegte Freifläche nachgedacht werden soll.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, resümierte Carina Tamoschus vom Fachbereich Umwelt und Grün der Stadt den ersten Bautag. „Wir hätten weder mit einer so hohen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger noch mit so vielen Materialspenden gerechnet.“ Zahlreiche Gartenbaubetriebe aber auch einige Privatpersonen aus Bottrop und Kirchhellen hatten sowohl Verbrauchsmaterialien als auch Holzpaletten zum Bau der Kisten bereitgestellt, die von den Teilnehmern in gemeinschaftlicher Arbeit für den Bau der Gartenanlage genutzt wurden.

Auch die Projektbeteiligten der Fachhochschule Dortmund zeigten sich überrascht vom schnellen Erfolg des erst im März angelaufenen Projekts: Max Schmies, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften der FH Dortmund, machte vor allem die gute Aufklärungsarbeit im Vorfeld dafür verantwortlich: „Es zahlt sich aus, dass wir im Vorfeld eine breite Netzwerkkampagne gestartet haben. Wir konnten über unsere Multiplikatoren sehr viele Leute erreichen und trotz der Ferienzeit aktivieren.“

Für Professor Dr. Marcel Hunecke, der das Projekt von wissenschaftlicher Seite verantwortlich begleitet, steht vor allem die soziale Komponente im Vordergrund: „Für uns ist das auch ein interessantes Sozialexperiment, bei dem wir sehen wollen, wie die Menschen miteinander agieren.“