Bücherei Boy bleibt vorerst auf der Streichliste
27.05.2011 | 16:02 Uhr 2011-05-27T16:02:00+0200
Bottrop.„Als Kulturdezernent tut es mir weh, eine Bücherei schließen zu müssen, aber es gibt einen Plan, dass alles aufzufangen“, erklärte Willi Loeven auf dem Bürgerforum im Schutzengelhaus. Dass mit der Schließung der Büchereizweigstelle Boy ein sozialer Treffpunkt wegfallen würde, sei ihm bewusst.
Auch wenn die eingesparten 30 000 Euro den Haushalt nicht retten, so sei zumindest gewährleistet, dass das von ihm und Kulturamtsleiter Dieter Wollek geplante Ersatzprojekt umgesetzt werden kann. Es beinhaltet eine Stärkung der Zentralbibliothek in der Stadtmitte, und auf längere Sicht soll das Angebot der Leseförderung in den Stadtteil getragen werden. Im Eigen laufe so etwas bereits.
Kritische Stimmen
Kritische Stimmen der Bürger, doch erst das Ergebnis im Eigen abzuwarten, bevor die Zweigstelle in der Boy voreilig geschlossen werde, wies Wollek zurück: „Ich bin fest davon überzeugt, dass das Programm angenommen wird.“ Dieses Programm beinhaltet eine Verteilung örtlicher Veranstaltungen auf andere Orte im Stadtteil. Soziale Treffpunkte oder auch Grundschulen sollen sich als Anlaufstellen etablieren.
Politiker von SPD, Grünen und DKP nutzten die Veranstaltung, um ihre Positionen noch einmal deutlich zu machen. „Auch wir wollen wissen, ob das Programm im Eigen funktioniert, bevor wir die Filiale hier dicht machen“, sagte Franz Ochmann von der SPD. Roger Köllner von den Grünen kritisierte die Verantwortlichen. „Ich habe heute keinen Grund erfahren, warum die Filiale Boy geschlossen werden muss. Wir stehen im NRW-Ranking für Kulturausgaben schon jetzt an letzter Stelle“, betonte er.
Die Bürger kritisierten, dass mit Aufgabe der Filiale auch ein Anlaufpunkt für sozialschwache Familien wegbreche. Wolfgang Quast bot seine Hilfe an. „Ich habe eine Förderverein gegründet, dem viele Leute angehören, die ehrenamtlich helfen wollen“, so der Konditormeister aus Eigen.
15:04
Herr Ochmann, als Ratsherr sollten Sie die finanzielle Situation in Bottrop kennen.
Sie müssten wissen die Stadt Bottrop darf nur noch in einem begrenzt Rahmen Geld ausgeben.
Grund sind die Schulden und diese haben es in sich.
Ein Teil der Schulden sind keine festen, auf Euro beruhenden Schulden, es sind flexible auf Wechselkurse gestützte Schulden.
Dieses bedeutet:
Der Kämmerer hat im Nov. 1999 10 Millionen CHF, zu einem Wechselkurs von 1,60 CHF
= 0,625 Euro für 1 CHF. aufgenommen. Bei diesem Wechselkurs wurden 6,25 Millionen Euro als Schulden verbucht.
Im Moment steht der CHF bei 1,21. Dieses bedeutet es müssen 0,82 Euro für einen Franken bezahlt werden. Für die Buchhaltung der Stadtverwaltung bedeutet es. Die Schuldsumme von 6,25 Millionen Euro muss auf 8,2 Millionen geändert werden.
Insgesamt hat die Stadt flexible Schulden in Höhe von 25 Millionen CHF.
Dieses bedeutet:
Am 25.05.2011 stand der CHF bei 1,24 entspricht 0,806 Euro für 1 CHF. Bei 25 Millionen CHF Schulden errechnen sich 20,1 Millionen Euro die gebucht werden mussten.
Heute 28.05.2011 steht der CHF bei 1,21 = 0,826 Euro pro Franken. Diese 25 Millionen CHF müssen somit heute mit 20,6 Millionen verbucht werden.
Diese im Zeitraum vom 25.05 – 28.05.2011 verlorenen, gerundeten, 500000,00Euro sind weg. Einfach ohne Gegenleistung weg.
Und Sie erklären.
„Auch wir wollen wissen, ob das Programm im Eigen funktioniert, bevor wir die Filiale hier dicht machen“,
Die Antwort darauf ist doch klar.
Mit der Begründung: Um Schulden abzubauen, wird noch an anderen Stellen gespart werden müssen.
Die nicht Pflichtleistungen der Stadt werden weiter eingeschränkt.
Die im Moment explodierenden Schulden, schränken den Handlungsspielraum weiter ein.
Mit diesen, innerhalb von drei Tagen verlorenen, 500000,00 Euro hätte die Bücherei in der Boy runde 17 Jahre weiter betrieben werden können.
Sie Herr Ochmann, sind Ratsherr und können diesen Wahnsinn des Geldverbratens durch Anträge beenden. Verlangen Sie eine sofortige Umschuldung.
Ansonsten wird es noch teurer. Nur hemmungslose Optimisten glauben doch noch eine Erholung des Euro.
Der Bürger kann nichts dagegen unternehmen. Also los, tun Sie etwas für die Bürger.
12:24
Tja,...Bottrop ist halt pleite!