Box bündelt für Bottroper Betriebe Infos zu Beruf & Pflege

Bei der Übergabe im Rathaus warf auch OB Tischler einen Blick in die „Info-Box Beruf & Pflege“, die jetzt an interessierte Unternehmer übergeben wurde.
Bei der Übergabe im Rathaus warf auch OB Tischler einen Blick in die „Info-Box Beruf & Pflege“, die jetzt an interessierte Unternehmer übergeben wurde.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Kompetenzzentrum „Frau & Beruf“ bringt einen Leitfaden für kleinere und mittlere Unternehmen in der Emscher-Lippe-Region heraus.

Bottrop..  Der demographische Wandel bringt es mit sich, dass immer mehr Berufstätige die Verantwortung für ihre pflegebedürftigen Angehörigen übernehmen müssen. Nicht immer gelingt der Spagat zwischen Familie und Beruf auf Anhieb, oft reiben sich die pflegenden Angehörigen auf in dem Bemühen, alles unter einen Hut zu bekommen. Manchmal könnten schon kleine Änderungen an ihrem Arbeitsplatz helfen. Dafür, dass das gelingt, hat das „Kompetenzzentrum Frau & Beruf Emscher-Lippe – Competentia NRW“ die „Info-Box Beruf & Pflege“ herausgegeben, die am Donnerstag im Bottroper Rathaus vorgestellt wurde.

„Das gesellschaftliche Leben unterliegt einem Wandel“, erklärte Oberbürgermeister Tischler bei der Begrüßung der Gäste. Zu denen gehörten auch die Vertreter von vier kleinen und mittelständischen Unternehmen in Bottrop. Für die ist die Info-Box gedacht, die ihnen dann von Ulla Reuther und Bettina Vaupel vom Kompetenzzentrum überreicht wurde. Die Box enthält einen Leitfaden, wie Betroffenen geholfen werden kann. Es geht um Arbeitszeitregelungen bis hin zu Homeoffice in den Betrieben oder auch um Stellen, bei denen Hilfen beantragt werden können.

Schon Kleinigkeiten können helfen

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Manchmal würden schon Kleinigkeiten helfen, die Situation zu entschärfen, weiß Ulla Reuther. Ein späterer Dienstbeginn am Morgen vielleicht oder eine längere Mittagspause. „Das Thema braucht Raum im Betrieb“, betont sie. Häufig wüssten Kollegen und Chefs gar nicht unter welcher Doppelbelastung ein Mitarbeiter stehe: „Mit dem Thema geht man nicht gerne hausieren.“ Man muss darüber erst ins Gespräch kommen.

Das Kompetenzzentrum hat im Vorfeld in Zusammenarbeit mit der Barmer und 16 Unternehmen in der Emscher-Lippe-Region zusammengearbeitet, die Lage und die Bedarfe abgefragt und dann die Informationen zusammengetragen. Dabei herausgekommen ist die Info-Box als Ratgeber für kleine und mittlere Betriebe und ihre Mitarbeiter. Sie enthält auch einen Leitfaden über die neuen Regelungen des Pflegezeitgesetzes, dass zu Jahresbeginn in Kraft getreten ist.

Fachkräftesicherung spielt eine große Rolle

Wie notwendig es ist, Mitarbeiter auch in einer für sie schwierigen Lebenslage zu halten, hat OB Tischler erläutert: „Fachkräftesicherung ist in der heutigen Zeit wichtig für Unternehmen.“ Man geht übrigens davon aus, dass zehn Prozent der Beschäftigten Pflegende sind. Die meisten von ihnen, meint Ulla Reuther, wollen trotzdem weiterarbeiten.

Initiiert hat die Übergabe der Info-Boxen die Bottroper Gleichstellungsbeauftragte Heidi Noetzel und wusste sich darin einig mit der Leiterin der Wirtschaftsförderung, Sabine Wißmann, die erst kürzlich das Projekt „Wir können Pflege“ mit vorgestellt hat.