Bottrops Radfahrer nicht ganz zufrieden

Metropolradstation am Eigener Markt: Die Ausstattung mit Leihrädern ist in Bottrop in Ordnung, finden Radler.
Metropolradstation am Eigener Markt: Die Ausstattung mit Leihrädern ist in Bottrop in Ordnung, finden Radler.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mit seinem Fahrrad-Klimatest untersucht der ADFC, wie fahrradfreundlich Städte sind. Bottrop schneidet im Test etwas besser als der Durchschnitt ab.

Bottrop..  Klimafreundlich, praktisch und gut für die Fitness - Radfahren hat viele Vorteile. Damit die auch genutzt werden können, untersucht der ADFC-Fahrradklima-Test, wie zufrieden die Deutschen mit ihren Radwegen sind: 100.000 Menschen haben im Herbst 2014 am Test teilgenommen. In den Kategorien Fahrrad- und Verkehrsklima, Stellenwert des Radverkehrs, Sicherheit und Komfort beim Radfahren und Radverkehrsnetz haben sie 27 Fragen beantwortet. Jetzt stehen die Ergebnisse fest.

Verbesserungsbedarf

Spitzenreiter im Gesamtranking bleibt wie schon 2012 die Fahrradstadt Münster, gefolgt von Karlsruhe, Freiburg und Erlangen. Die Top-Aufholer sind Wuppertal, Augsburg und Stuttgart. Unter den Städten zwischen 100 000 und 200 000 Einwohnern rangiert Bottrop im soliden Mittelfeld auf Platz 19. Mit einem Abstieg von vier Plätzen und einer Gesamtnote von 3,82 (Mittelwert) verschlechtert sich die Ruhrgebietsstadt nicht wesentlich. „Mit dem Fahrradklima-Test sollen Mängel am bestehenden Radverkehrsnetz aufgedeckt und konkrete Anhaltspunkte für Verbesserungen aufgezeigt werden“, erklärt Rainer Bomba, Staatssekräter im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Erst wenn sie sich auf den Straßen sicher fühlten, könne sich die Zahl der Radfahrer erhöhen. Als Ansporn, mehr für die Sicherheit auf den Radwegen zu tun, zeichnen BMVI und ADFC die fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands aus. Eine Urkunde erhalten die zwölf Spitzenreiter und diejenigen, die sich am meisten verbessert haben. „Die Auszeichnung ist Dank und Ansporn zugleich“, sagt Bomba.

Bemängelt wurden vor allem ungeeignete Ampelschaltungen, fehlender Herbst- und Winterdienst für Radwege sowie Baustellen und parkende Autos, die die Wege blockierten. In Bottrop besteht der größte Verbesserungsbedarf in den Bereichen Winterdienst und Ampelschaltungen für Radfahrer: Hier gaben die Testteilnehmer die Noten 5,1 und 4,9. Topnoten hingegen erhielt die Stadt für die gute Verfügbarkeit von Leihfahrrädern und die Erreichbarkeit des Stadtzentrums mit dem Fahrrad.

Investitionen

Eine Verbesserung des Radverkehrsnetz bringe viele Vorteile mit sich, erklärt der Bundesvorsitzende des ADFCs, Ulrich Syberg: „Städte, die den Radverkehr vorantreiben können sicher sein - das Engagement kommt an. Fahrradfreundlichkeit hebt das Image einer Stadt, macht sie attraktiv als Wirtschaftsstandort und schafft Anreize, auch mal mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren“. Das bringe Vorteile für die Gesundheit und Zufriedenheit der Menschen und entlaste die Stadt von Lärm und verstopften Straßen. „Investitionen in den Radverkehr sind Investitionen in die Zukunftsfestigkeit und Attraktivität einer Stadt“, betont Syberg.