Bottrops City soll zum Garten für alle werden

Der Stadtgarten ist eigentlich der Ur-Gemeinschaftsgarten der Stadt. Viele nutzen das Grün, und ganz früher bauten sie hier sogar Gemüse an.
Der Stadtgarten ist eigentlich der Ur-Gemeinschaftsgarten der Stadt. Viele nutzen das Grün, und ganz früher bauten sie hier sogar Gemüse an.
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Projekt „GemeinsinnSchafftGarten“ hat sich die Nutzung innerstädtischer Flächen zum gemeinschaftlichen Gärtnern zum Ziel gesetzt.

Bottrop..  Ein Garten, mitten in der Stadt. Was zunächst nach nichts besonderem in einer grünen Stadt wie Bottrop klingt, wird spätestens dann zu einem Thema, wenn der Garten als öffentliches Gemeinschaftsprojekt angelegt wird: Wie in Berlin oder New York sollen bald auch in Bottrop innerstädtische Flächen für urbanes Gärtnern genutzt werden. Um über die Pläne aufzuklären, lud der SPD-Unterbezirk Bottrop Mitglieder und Interessierte zu einer Präsentation in das Naturfreundehaus ein. Mitarbeiter der Stadt sowie der Fachhochschule Dortmund stellten dort das Projekt „Gemeinsinnschafftgarten“ vor.

Gärtnern in der Innenstadt

Was beim sogenannten „urban gardening“, also dem innerstädtischen Gärtnern auf öffentlichen oder teilöffentlichen Flächen, möglich ist, verdeutlichten zunächst einige Fallbeispiele, auf die Max Schmies von der Fachhochschule in Dortmund hin wies. Etwa der sogenannte Prinzessinnengarten in Berlin oder auch ein Gelände aus Freiburg präsentieren eindrücklich, was aus dem Engagement interessierter Bürger so alles entstehen kann: Von mobilen Blumenkisten über die Ernte von Obst und Gemüse ist vieles denkbar. Doch gleichzeitig weckten diese Bilder auch schon die ersten Fragen bei den Anwesenden, „wie viel Berlin denn überhaupt in Bottrop stecke“. „Generell“, so sagte Max Schmies von der Fachhochschule Dortmund, befinde man sich in Bottrop „in einer anderen Situation“. „In Berlin haben sich Gruppen Flächen gesucht, hier suchen wir Menschen für Flächen.“ Zunächst, so sieht es das Projekt vor, sollen dazu verschiedene Gruppen über das Thema informiert werden, die dann wiederum Interessenten aus ihrem Umfeld ansprechen und aufmerksam machen sollen.

An dieser Stelle wurde aber auch klar, dass auch geeignete Flächen noch nicht bereitstehen. Angedacht wären zurzeit Flächen Im Beckedal, an der Böckenhoffstraße und im Stadtgarten. In einer im Internet abrufbaren Folie des Projektes war auch noch eine Fläche am Trapez gezeigt worden. „Das sind aber bisher lediglich Optionen, die geprüft werden“, gab Tilman Christian vom Fachbereich Umwelt der Stadt gleich zu bedenken.

Wenig Konkretes

Auch was die Kosten für die Stadt angeht, wurden die Projektmitarbeiter bei ihrer Präsentation bisher wenig konkret: „Wir setzen auf das Gemeinschaftsgefühl im Ruhrgebiet. Jeder kennt irgendwen, der etwas Spezielles kann oder Material einbringen kann“, so Carina Tamoschus. Will heißen: Man setzt für die praktische Umsetzung des Projekt zunächst vor allem auf das Engagement der Aktiven. Zumindest, so Tamoschus. stünden die städtischen Koordinatoren aber als Ansprechpartner und möglicherweise auch als Vermittler für entsprechend Interessierte bereit. Möglicherweise könnte die Stadt aber auch in einigen Fällen mit Materialien wie Erde oder mit Arbeitsgeräten aushelfen.

Etwas Handfestes konnten die Planer dann aber doch schon präsentieren: Am Donnerstag, 2. Juli soll am Kulturzentrum zunächst eine größere Informationsveranstaltung stattfinden. Diese bildet den Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe vom 6. bis zum 19. Juli, bei der dann ein erster, temporärer und wohl auch mobiler Garten von Interessierten gebaut und bepflanzt werden soll. Dafür konnten auch schon Partner aus dem lokalen Handwerk gewonnen werden.