Bottroper Renault-Händler Körber baut um

Günter (li.) und André Körber stellen die Umbaupläne für ihr Autohaus vor, im Hintergrund wird gewerkelt.
Günter (li.) und André Körber stellen die Umbaupläne für ihr Autohaus vor, im Hintergrund wird gewerkelt.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Umbau seines Autohauses ist Günter Körber an strikte Vorgaben aus Frankreich gebunden. Alle Hersteller schreiben die Ausstattung ihrer Händler detailliert vor.

Bottrop.. Der Boden hat noch einen leichten Grauschleier. So wie es halt aussieht, wenn schwarze Bodenfliesen neu verlegt und dann verfugt werden. Außerdem sieht es rundherum ebenfalls noch nach einer Baustelle aus. Es ragen Leerrohre und Kabel aus dem Boden, und im Hintergrund wird eine Theke abgebaut. Die Umbauarbeiten im Autohaus von Günter Körber sind noch nicht abgeschlossen. Gerade wird eine sechsstellige Summe hier am Südring investiert. Zwei Drittel zahlt Inhaber Körber, ein Drittel übernimmt Renault.

Der französische Fahrzeughersteller gibt das neue Design seiner Händler europaweit vor. So müssen die Renault-Modelle künftig auf einem schwarzen Boden stehen, die Wagen der rumänischen Tochterfirma Dacia auf einem andersfarbigen. Sogar die Möbel hat Renault für seine Händler ausgesucht. Dass der Hersteller genau vorgibt, wie die Verkaufsräume seiner Vertragshändler aussehen sollen, sei kein Renault-Phänomen, sagt Körber. Auch andere Hersteller legen haargenau fest, wie die Verkaufsräume aufgebaut und möbliert sein sollen. Selbst wo und wie die Wagen im Verkaufsraum stehen ist haarklein geregelt.

Blickfang wird der neue Multimedia-Verkaufsraum. Gleich hinter dem Eingang kommen die Kunden nach dem Umbau in einen Bereich, in dem Tablet-PCs bereit liegen und ein großer Monitor an der Wand hängt. „Dort können die Kunden ihr Auto zunächst selbst konfigurieren“, sagt André Körber. Schaut man sich an, wie das einmal aussehen soll, fühlt man sich eher an einen Apple-Store erinnert als an ein Autohaus, ist der Computerhersteller doch bekannt für die Ausstattung seiner Geschäfte.

Gemeinsam mit Bruder Marc verkörpert André Körber die zweite Generation, die in dem Autohaus arbeitet. Sie werden den Betrieb irgendwann übernehmen. „Darüber haben wir schon beim letzten Ausbau gesprochen. Sonst würden sich die Investitionen nicht lohnen“, sagt der Senior.

Die von Herstellern geforderten Umbauten und Investitionen sind immer wieder ein Zeitpunkt, an dem Händler aufgeben oder sich von ihrer Marke trennen.

Eine Überlegung, die Günter Körber vor einigen Jahren auch angestellt hat, zumal es andere Marken gegeben habe, die an ihn herangetreten seien, um ihn als Händler zu gewinnen. Doch Renault aufgeben - das wollte er dann doch nicht. Zu eng ist die Verbindung zwischen Körber und dem französischen Konzern. Schließlich ist er seit 49 Jahren Vertragshändler – und in Bottrop stehe der Name Körber für Renault.

„Bundesweit liegt der Marktanteil bei 4,4 Prozent, in Bottrop über sieben“, sagt Körber, und ihm ist anzumerken, dass er das auch seinem Autohaus zurechnet. Schließlich kämen viele Stammkunden aus anderen Städten. „Vor allem in der Werkstatt merken wir das, weil wir nur Renault reparieren und unsere Mitarbeiter nicht auch an anderen Fabrikaten arbeiten.“