Bottroper Professorin untersucht Faktor Mensch in der Technik

Sabrina Eimler (32) ist Professorin für Human Factors und Gender Studies.
Sabrina Eimler (32) ist Professorin für Human Factors und Gender Studies.
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Was wir bereits wissen
Männer und Technik, Frauen und Technik - da gibt es Unterschiede. Diese erforscht und vermittelt Professorin Sabrina Eimler an der Hochschule Ruhr-West im Lehrgebiet „Human Factors and Gender Studies“.

Bottrop.. Technische Geräte wecken bei Menschen Gefühle. Sie schreien ihren Computer an, werfen wütend ihr Handy weg. „Menschen binden sich zum Beispiel auch an ihren Staubsauger-Roboter und sind traurig, wenn er weg ist“, sagt Professorin Dr. Sabrina Eimler. Themen wie diese beschäftigen die 32-Jährige, die im Januar für das Lehrgebiet „Human Factors and Gender Studies“ (Menschliche Faktoren und Geschlechterforschung) am Institut Informatik der Hochschule Ruhr West berufen wurde.

Sabrina Eimlers Tag muss mehr als 24 Stunden haben. An der Universität Duisburg-Essen hatte sie sich gleich für zwei Studiengänge eingeschrieben, machte ihren Bachelor und später den Master sowohl in den Angewandten Kommunikations- und Medienwissenschaften als auch im Fach Kulturwirt. „Mein Interesse für psychologische Aspekte ist immer stärker geworden“, erzählt die Duisburgerin. In ihrer Doktorarbeit untersuchte sie die Unterschiede in Selbstdarstellung und Wirkung von Männern und Frauen in Online-Business-Netzwerken wie Xing und Linkedin. Frauen, berichtet Eimler, schreiben in die Profil-Rubrik „Ich biete“ oft weniger rein, fahren eher passive Strategien. Sie haben weniger Kontakte, dadurch kleinere Netzwerke. „Das kann dazu führen, dass sie weniger sichtbar sind“, erläutert die Fachfrau.

Interesse für Psychologie

Ihre Erfahrung ist: „Junge Leute denken oft, Chancenungleichheit gibt es nicht, jeder kann sich frei entscheiden.“ Sie an der HRW frühzeitig dafür sensibilisieren zu können, dass es nicht ganz so glatt und einfach läuft, findet die Professorin gut. Unter anderem unterrichtet sie am Campus Bottrop Lernpsychologie und Mediendidaktik. „Da geht es um Fragen wie: Wie lernen Menschen, wie muss E-Learning aufgebaut werden, damit es geschlechtergerecht ist“, nennt Eimler Beispiele. Im Bereich „Mensch und Technik“ bespricht sie mit den Sicherheitstechnik-Studierenden am Campus Mülheim, wie Systeme menschengerecht gestaltet werden können. „Wie verhält sich der Mensch, wo müssen Pausen eingeplant werden, wo sind seine Grenzen“, zählt die Professorin weitere Punkte auf.

Gleichzeitig arbeitet sie an Forschungsprojekten. So nimmt sie zum Beispiel Kinder in den Blick, die per App Roboter zusammenbauen sollen. „Wir glauben, dass Mädchen und Jungen sich in der Gestaltung unterscheiden.“ Und dass es Unterschiede vor und nach der Pubertät gibt. Die Frage sei nun, wie und warum.

In 20 Jahren, soviel steht für die Professorin fest, „werden Roboter ganz normal bei uns sein“ – als Pfleger etwa oder persönliche Assistenten. „Im Moment arbeiten vor allem Männer an Steuerung und Design. Wir müssen da frühzeitig auch Frauen einbinden.“ Denn diese haben möglicherweise andere Ansprüche und Bedürfnisse.