Bottroper Mediziner erklären - Was tun bei Leistenbruch?

Chefarzt Dr. Michael Jakob (links im Bild) und Oberarzt Dr. Gerhard Noll informieren beim nächsten WAZ-Medizinforum im Bottroper Marienhospital über „Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten bei Leisten- und Bauchwandbrüchen“ .
Chefarzt Dr. Michael Jakob (links im Bild) und Oberarzt Dr. Gerhard Noll informieren beim nächsten WAZ-Medizinforum im Bottroper Marienhospital über „Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten bei Leisten- und Bauchwandbrüchen“ .
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
WAZ-Medizinforum im Marienhospital stellt Behandlungsmöglichkeiten bei Leisten- und Bauchwandbrüchen vor. Rechtzeitige Platzreservierung empfohlen.

Bottrop.. Leistenbruch-OPs gehören zu den häufigsten Eingriffen überhaupt: Pro Jahr werden deutschlandweit rund 200 000 durchgeführt, sagt Dr. Michael Jakob, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie/Proktologie am Marienhospital. Allein dort kommen jährlich über 150 Eingriffe zusammen – wobei die Chirurgen in den meisten Fällen ohne große Schnitte auskommen.

Wie die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten bei Leisten- und Bauchwandbrüchen aussehen, darüber informiert der Chefarzt zusammen mit Oberarzt Dr. Gerhard Noll beim ersten WAZ-Medizinforum des Jahres. Es findet statt am Donnerstag, 16. April, um 18 Uhr in der Cafeteria des Marienhospitals, Josef-Albers-Straße 70.

Die Brüche, um die es hier geht, gehen nicht etwa auf morsche Knochen zurück, sondern auf eine Bindegewebsschwäche. Jakob räumt mit einem Vorurteil auf. „Viele denken: Wenn man schwer hebt, bekommt man einen Leistenbruch. Aber das würde bedeuten, dass jeder Möbelpacker betroffen wäre.“ So ist es aber nicht. Trifft allerdings das schwere Heben als Auslöser auf die Bindegewebsschwäche, kann es zum Leistenbruch kommen. Männer sind aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit davon acht Mal häufiger betroffen als Frauen. Ab 55 Jahren steigt das Risiko. Daneben wird bei kleinen Kindern oft ein Eingriff nötig.

Ziehende Schmerzen bei bestimmten Bewegungen

Erkennen lässt sich ein Leistenbruch durch ein Druckgefühl bei körperlicher Belastung, ziehende Schmerzen bei bestimmten Bewegungen. Typischerweise zeigt sich auch eine Beule in der Leistengegend, die Teile des Darms enthalten kann. Nicht immer, wissen die Experten, lassen sich Betroffene behandeln – aus Scham oder auch Gleichgültigkeit.

Deutschlandweit sehe man auch, dass rund 200 000 Leistenbrüche mit gürtelähnlichen Bruchbändern behandelt werden. Für Jakob stellt das aber keine Alternative zu einem operativen Eingriff dar, denn der Grund für die Beschwerden werde damit nicht beseitigt.

Wie die Operationen vonstatten gehen

Eine OP gehe in den meisten Fällen minimalinvasiv, also ohne große Schnitte, vonstatten. Dabei wird ein Netz eingebracht, das den Bruch stabilisiert und dauerhaft im Körper bleiben kann. Solche Netze gibt es in unterschiedlichen Größen, sie werden etwa auch bei Narbenbrüchen (nach OPs) am Bauch eingesetzt. Auch diese werden u.a. Thema beim WAZ-Medizinforum sein. Die Referenten werden erläutern, bei welchen Patienten und in welchen Situationen welcher Eingriff – minimalinvasiv oder offenes Verfahren – sinnvoll ist und wie die OPs vonstatten gehen.

Die Gäste des Forums sollen auch die Gelegenheit haben, Erfahrungsberichte von Betroffenen zu hören: Dr. Jakob wird zwei Patienten einladen, die zur Vorgeschichte, zur Operation und zum Verlauf Stellung nehmen sollen. Wie es beim WAZ-Medizinforum gute Tradition ist, können die Besucher zudem ihre persönlichen Fragen zum Thema an die Referenten stellen.