Bottroper hat eBook über seine krebskranke Frau verfasst

David Felten ging viele entscheidende Schritte über das Internet:  Online lernte er seine Frau sowie seine neue Freundin kennen, im Web verarbeitete er seine Gefühle – und auch
David Felten ging viele entscheidende Schritte über das Internet: Online lernte er seine Frau sowie seine neue Freundin kennen, im Web verarbeitete er seine Gefühle – und auch
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Was wir bereits wissen
Witwer David Felten hat die Geschichte seiner kurzen Ehe niedergeschrieben. „Sabrina Felten, ein Engel auf Reisen“ ist ein Plädoyer für die Liebe.

Bottrop.. Wie oft lächeln Sie vor Freude, wenn Sie ein Sonnenstrahl durch die Jalousien kitzelt? Sabrina Felten hat es getan – obwohl sie an Eierstockkrebs erkrankt war. „Von ihr lernte ich, auch kleine Dinge im Leben zu schätzen“, sagt ihr verwitweter Mann, David Felten. Der dreißigjährige Bottroper begegnete seiner Frau, als sich bereits ein Tumor in ihrem Körper verbarg. Die Geschichte ihrer kurzen Ehe hat Felten jetzt niedergeschrieben und selbstständig als eBook veröffentlicht. Der Titel: „Sabrina Felten, ein Engel auf Reisen“.

Ihren ersten Kontakt hatten die beiden im Jahr 2010, über eine Partnerbörse im Internet. David Feltens spätere Ehefrau machte von Anfang an kein Geheimnis aus ihrer Krankheit und Felten ließ sich nicht abschrecken. „Ich hatte zwar keine Ahnung, worauf ich mich einlasse, aber habe den Kopf ausgeschaltet und auf mein Herz gehört“, sagt er.

Trotzdem schmiedeten die beiden Hochzeitspläne

Es war die richtige Entscheidung. Die beiden verliebten sich schnell, und er fühlte sich unbesiegbar mit ihr. „Weil sie trotz ihrer Situation in der Lage war, viel zu geben und sie ihre Laune nie an anderen ausgelassen“, so Felten. Die Ärzte hätten ihr gesagt, die Chancen stünden gut, aber alsbald breitete sich der Krebs auf die Gebärmutter und das Zwerchfell aus. Sabrina Felten konnte nicht essen, nicht trinken, musste nachts alle zehn Minuten auf die Toilette. Trotzdem schmiedeten die beiden Hochzeitspläne.

Felten ließ das Netz teilhaben

Aber David Felten musste auch den Kopf frei kriegen. Spontan entschied er sich dazu, seine Gedanken und Gefühle als Statusmeldungen über soziale Netzwerke zu teilen. Fast ausschließlich erhielt er dafür positive Resonanzen, gar so viele, dass er glaubte „an den Punkt zu sein, nicht mehr aufhören zu können“. Viele Leute waren berührt, schrieben Felten Nachrichten, in denen sie äußerten, wieder mehr an die Liebe zu glauben Also lies er die Netz-Gemeinde fast täglich an seiner Gedankenwelt teilhaben. Schon im Februar 2013 kündigte er an, seine Erlebnisse zu Papier bringen zu wollen.

Abtauchen in die Tagesroutine

Doch das Schreiben stockte. Seine Ehefrau starb am 17. Oktober 2012. All das Erlebte war noch zu nah, die Bilder der Operationen, der Darmperforation waren zu heftig, zu aktuell. Felten versuchte, irgendwie in seine Tagesroutine abzutauchen: Der Job im Feuerfestbau, der regelmäßige Sport, sogar einen Fitnessratgeber schrieb er.

Im März 2015 sagte ihm dann irgendetwas, dass es Zeit sei, die zweieinhalb Jahre mit seiner Frau zu verarbeiten. Er nahm sich sechs Wochen Urlaub und schrieb, schrieb, schrieb.

Eine neue Beziehung

Das Ergebnis soll mehr sein als Feltens persönliche Verarbeitung der schwierigsten, aber auch schönsten Zeit seines Lebens. „Ich will andere Leute wachrütteln, ihnen mitteilen, dass sie ihr Leben auskosten sollen und es sich lohnt zu kämpfen.“ Ein Ratgeber zum Glücklichsein und eine Plädoyer für die wahre Liebe.

Dieser positiven Lebenseinstellung entsprechend hat sich Felten auch nicht vor neuer Liebe verschlossen. Er lebt jetzt in einer Beziehung, mit Bottroperin Ramona Kreß. Die beiden lernten sich über Feltens emotionale Statusmeldungen im Internet kennen. „Ich komme sehr gut mit der Situation zurecht“, sagt sie. „Ich habe großen Respekt vor Sabrina, sie muss eine sehr warmherzige Person gewesen sein.“

Einen Teil der Einnahmen möchte David Felten spenden. Die ersten 50 Euro hat der Kinderschutzbund Bottrop entgegengenommen, auch würde Felten gerne Krebs- oder Palliativstationen sowie älteren Menschen helfen.

David Felten hat auch einen Fitnessratgeber geschrieben

David Feltens erstes eBook könnte kaum gegensätzlicher zu seinem zweiten sein: Im März veröffentlichte er den Fitnessratgeber „Abnehmen ist kein Hexenwerk“. Leute aus seinem Umfeld hatten den erfahrenen Fitnessstudiogänger stets nach Tipps gefragt, sagt er. „Da dachte ich mir: Das könnte ich auch aufschreiben.“

Felten beschreibt seinen Ratgeber als Gegenpol zu Kohlensuppendiäten und Abnehmdrinks. „Bei so etwas platzt mir die Hutschnur“, sagt er. Es müsse darum gehen, mit Lebensqualität und Stil abzunehmen. Nicht einfach nur dürr zu werden, sondern Muskelmasse zu behalten.

Das Wissen hat er aus eigener zehnjähriger Erfahrung und eigenen Experimenten, Fachzeitschriften, Büchern und Internetforen zusammengetragen. „Ich wollte den Leuten ein Buch geben, in dem alles Nennenswerte steht“, sagt er.

Felten thematisiert Muskelaufbau und Stoffwechsel sowie die richtige Ernährung in seinem Ratgeber. In einem Fitnessstudio-Leitfaden möchte er zeigen, wie man das richtige Sportstudio für sich findet und für das letzte Kapitel hat er 100 Tipps zu Ausdauer, Kondition, Mentalität, Psyche, Muskelaufbau und weiteren Themen gesammelt.

Mehr Infos, Kontakt, Leseprobe und Bestellung im Internet unter www.david-felten.de.