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Lärmbeschwerde

Bottroper Glockenspiel ist Anwohnerin zu laut

23.11.2010 | 06:42 Uhr
Bottroper Glockenspiel ist Anwohnerin zu laut
Das Glockenspiel ist verstummt. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool

Bottrop.Weil sich eine Anwohnerin beschwerte, ist das Glockenspiel über dem Juweliergeschäft Triffterer in der Bottroper Fußgängerzone seit Juni stumm. Die Glocken bringen es auf 62 Dezibel, erlaubt sind 60.

Info
Mit 25 Glocken

1957 hatte Gerd Triffterer die Idee, ein Glockenspiel an der Hausfassade Hansastraße 10 zu installieren. Er plante und tüftelte, bis die Anlage im November 1963 errichtet wurde. Das Glockenspiel hat 25 Glocken und ist damit, so Ulrich Korte, eines der größten in Deutschland.

Haben Sie es auch schon vermisst? „Viele Bürger haben nachgefragt“, sagt Ulrich Korte. Und dann den Kopf geschüttelt: Das Glockenspiel über dem Juweliergeschäft Triffterer ist seit Juni stumm, weil ein Anwohnerin aus der Nachbarschaft sich gegen den „Lärm“ gewehrt hat. Und weil die gemessenen 62 Dezibel eben über den erlaubten von 60 Dezibel liegen.

Anneliese Schöner kann es nicht fassen. Für sie gehört das Glockenspiel zum Brauchtum, ist Merkmal dieser Innenstadt. „Wir haben früher selbst gegenüber an der Hansastraße gewohnt. Wenn das Glockenspiel um 11 Uhr lief, wusste ich, dass es Zeit ist, sich ums Mittagsessen Gedanken zu machen. Um 12 Uhr war es Gedächtnisstütze fürs Aufsetzen der Kartoffeln. Es gehörte zum Tagesablauf. Ich bin kein Kind des Ruhrgebietes, aber über das Glockenspiel hab’ ich das Steigerlied kennen gelernt.“ Und jetzt - Stille am Mensingbrunnen. Keines der mit den Jahreszeiten wechselnden Lieder, kein Uhrenschlag um 10, 11 und 12 Uhr, um 16, 17, 18 Uhr.

Ulrich Korte hat das von seinem Schwiegervater Gerd Triffterer vor 46 Jahren vollendete Glockenspiel ausgeschaltet, weil er keinen Ärger bekommen möchte. Er wartet jetzt aber seit Juni auf eine Übereinkunft mit der Stadt. Und er ist überzeugt: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Es gehe doch nur um eine geringfügige Überschreitung und um eine so alte Genehmigung, dass man doch fast von einem historischen Wert des Glockenspiels sprechen könne.

„Vor Gericht hätten wir schlechte Karten“

Nie habe es Einsprüche gegeben. Das Glockenspiel lief immer durch, auch an Feiertagen, die jetzt plötzlich - wie z.B. der Totensonntag - auch als Aus-Zeit ins Gespräch gekommen seien. „Das ist alles für uns nicht nachvollziehbar wie wir auch an den Messungen so unsere Zweifel haben. Wo und wann wurde gemessen? Wurde der Wind berücksichtigt? Wieso soll es einen Aufschlag für besonders hohe und besonders tiefe Töne geben?“

Und so einfach mal Zeiten herauszunehmen, seltener oder verkürzt zu spielen, sei kaum möglich. So sei die Rolle eben programmiert. „Da kann man nicht einfach mal für eine Pause den Stecker herausziehen, da gerät dann alles durcheinander.“ Das Glockenspiel erhält einen elektrischen Impuls, was dann passiere, laufe mechanisch ab.

Bei der Stadt argumentiert man, nur einer Bürgerbeschwerde nachgegangen zu sein - „von uns aus wären wir doch nicht aktiv geworden. Vor Gericht hätten wir schlechte Karten“, sagt Ulrich Schulze, stellvertretender Pressesprecher der Stadt. Die Dezibelzahl liege einfach zu hoch, von einem Kompromiss mit einer Reduzierung der Spieldauer oder Isolierung der Klöppel habe man bei Triffterers ja nichts wissen wollen.

Helga Pillar

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Kommentare
07.12.2010
14:13
Bottroper Glockenspiel ist Anwohnerin zu laut
von Corina Wille | #54

Die Frau hat doch volkommen recht. Wieso soll auf einem Feiertag das Glockenspiel laufen? Ihr seid doch alle miteinander nicht wirklich so drauf, dass Ihr das akzeptieren würdet. Also bitte, liebe Stadt Bottrop, entzieht dem Glockenspiel den Saft - so schnell wie möglich. Sonst klage ich gegen diesen Krach.

05.12.2010
21:48
Diese Glocken schweigen
von coktail | #53

Lese den Artikel erst jetzt, merkwürdig nur ,ich habe neben einer Gaststädte gewohnt,die aufeinmal anfing laute Hochzeiten zu veranstalten,Polizei gerufen,zur Stadt gegeangen, es wird nichts unternommen,da muß ein mehrfamilienhaus einfach mal drunter leiden,seit Jahren.Macht nachdenklich.Kommt warscheinlich darauf an wer sich beschwert. Familien haben in Bottrop wohl keine Lobby.

28.11.2010
20:34
Diese Glocken schweigen
von Da weiss man, was Lärm bedeutet! | #52

Einen Altglassammelcontainer vor das Haus stellen! Die Beschwerdeführerin wird auf Knien angekrochen kommen und nach dem Geläut betteln!



Mein Tipp:
Als nächstes wird gegen die Kirmes gezogen!

27.11.2010
02:24
Diese Glocken schweigen
von der taube Glockenfreund | #51

Ein Blick in die Rechtsnorm erleichtert die Rechtsfindung. Maßstab ist die TA-Lärm. Nun ein dB(A) ist geringfügig, 2 dB(A) in der Regel eben halt zuviel, hier handelt es sich um eine nicht genehmigungsbedürftige Anlage. Wenn diese nach dem Stand der Technik betrieben wird und keine Gesundheitsgefahr besteht, dies ist nach höchstrichterlicher Rechtssprechung erst bei 65 dB(A) der Fall, (IRW´s Immissionsrichtwerte eines Gewerbegebietes 65 dB(A) am Tag und 50 dB(A) in der Nacht) sollte man mal überlegen ob nicht wirklich eine qualifizierte Messung durch einen anerkannten Sachverständigen zu dem gleichen Ergebnis führt. Es gibt rechtliche Lösungsansätze sicherlich, ich stimme dem zu das die Stadtverwaltung hier wiedermal den Weg des geringsten Wiederstand geht.Der gut funktionierende technische Umweltschutz wurde zerschlagen, die Kosten zahlen nun wieder die Bürger. Jede Gemeinde kann sich nun mal nicht einen aufwendigen und hoch qualifizierten Messdienst leisten. Und die Fachleute der TA-Lärm bei gewerblichen Geräuschen sehe ich auch nicht bei der Stadt angekommen. Fakt ist jedoch das sich jemand durch das Gebimmel gestört fühlt. Immer dran denken die Wahrnehmung von Geräusche ist subjektiv. Genau wie Gerüche oder Gestank. Kindergeräusche Musik oder Lärm ist. Also statt populistisch für die Frau oder gegen die Frau zusammeln damit sie umziehen kann (aus dem Dorf gejagt werden kann) könnten die Freunde des Glockenspiel ja mal dafür sammeln eine Messung durch einen Sachverständigen durchzuführen und dann ggf. ein Rechtsgutachten durch einen Fachanwalt mal zu erstellen.

26.11.2010
11:43
Diese Glocken schweigen
von Herr Steuer | #50

Jeder hat hier das Recht was zu schreiben, ob sachlich oder unsachlich.
Da die Quote mit überragender Mehrheit hier geschrieben hat, sollte man das Glockenspiel zum Denkmal erheben.
Die Dame sollte sich mal überlegen wie laut sie selbst ist?
Die Bottroper und unsere Nachbarn lieben dieses Ereignis und ist gerade in der Vorweihnachtszeit eine Attraktion. Danke an Herrn Triffterer der das den Bürgern geschenkt hat!

25.11.2010
19:15
Bottroper Glockenspiel ist Anwohnerin zu laut
von stromer1953 | #49

Ich komme nicht aus Bottrop, sondern aus OB und lebe jetzt auf dem Land!

Aber Sie @ seemann02, noch alles Ok in der Birne?

Was soll dieser dämliche Kommentar über Bottrop?

Anscheinend nix zu Hause zu sagen haben!

Stimmt doch! Oder?

25.11.2010
17:24
Bottroper Glockenspiel ist Anwohnerin zu laut
von seemann 02 | #48

Stadt Bottrop ? Schwach....Weicheier....

24.11.2010
11:39
Diese Glocken schweigen
von dieter1 | #47

Das Glockespiel ist doch ein Stück Bottrop und gehört zur Kultur der Stadt , also lasst Sie wieder Bimmeln ..............

24.11.2010
10:28
Diese Glocken schweigen
von Harry62 | #46

dieses Ding gehört zu Bottrop und bimmelt ohnehin nur selten. Die Dame sollte sich mal überlegen warum sie in der Nähe eingezogen ist, und ob ein Wohnungswechsel nicht angebracht wäre. Zum Beispiel zum Alten Postweg, da ist Ruhe. Ich plädiere für das Glockenspiel.

24.11.2010
07:58
Diese Glocken schweigen
von Herzschlag | #45

Wenn Anwohner an einer Bahnlinie oder an einer Autobahn wohnen und diese zu laut sind.

Werden die dann auch geschlossen ???

Dann klage ich auch !!!

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