Bottroper Frauenzentrum öffnet seine Türen

Christiane Stamm-Marker und Sylvia Brann (r.) tragen im Frauenzentrum Courage Musik und  Gedichte vor.
Christiane Stamm-Marker und Sylvia Brann (r.) tragen im Frauenzentrum Courage Musik und Gedichte vor.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Besucherinnen und Besucher erhalten Einblick in sonst geschützte Bereiche. Mitarbeiterinnen stellen aus Anlass des 30jährigen Courage-Bestehens Beratungsangebote und Aktionen des Vereins vor

Bottrop..  Das Frauenzentrum Courage feiert sein 30-jähriges Bestehen mit vielen Aktionen und Veranstaltungen. Jetzt lud der Courage-Verein Freunde, Förderer und Interessierte zu einem Tag der offenen Tür in seine Räumlichkeiten an der Essener Straße ein. Neben der Arbeit der Beraterinnen sowie der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer standen dabei vor allem auch die Projekte von Courage im Mittelpunkt.

„Für uns ist dieser Tag heute sehr wichtig, weil wir unsere Akzeptanz in Teilen der Gesellschaft noch weiter erhöhen möchten. Vor allem bei Frauen, aber auch bei Männern und bei Kindern möchten wir für unsere Arbeit noch einmal nachhaltig werben“, erklärte Doris Wagner vom Vereinsvorstand. Auch nach 30 Jahren, in denen allerdings schon viele Verbesserungen erreicht worden seien, sei die Arbeit von Courage immer noch nicht komplett akzeptiert. Es gebe noch Vorbehalte, aber auch einfach viele Unklarheiten über das Angebot des Vereins. Immerhin, so Wagner, hätte es aber schon „eine hohe Signalwirkung“, das Oberbürgermeister Bernd Tischler die Schirmherrschaft über das Festjahr des Vereins übernommen habe.

Um Hindernisse abzubauen, ließen die Verantwortlichen die Türe der Einrichtung dann auch nicht nur sprichwörtlich offen, sondern empfingen Besucher wie Passanten tatsächlich mit einer geöffneten Pforte: „Wir haben heute auf diese Weise schon einige Passanten zu Gast gehabt, die einfach mal hereingeschaut haben. Viele Besucher haben uns berichtet, dass sie zwar schon häufiger hier bei uns am Zentrum vorbeigelaufen sind, sich aber bisher nur wenig Konkretes darunter vorstellen konnten“, sagte Doris Wagner.

Gezielt geschult

Den Tag der offenen Tür nutzten die Gäste dann unter anderem für einen Blick in die Räumlichkeiten: Zum Beispiel gab es einen Einblick in die ansonsten geschützten Gesprächsräume. Hier präsentierten die drei hauptamtlichen Beraterinnen Silke Kutz, Wiltrud Evers und Ute Speier-Lemm ihre Beratungsthemen, etwa die Entstehung von Traumata, Ursachen für selbstverletzendes Verhalten, aber auch häusliche und sexualisierte Gewalt.

Vorgestellt wurde auch noch ein neues Projekt des Frauenzentrums, das sich vor allem an Kinder als oft stille Zeugen von häuslicher Gewalt wendet: Unter dem Titel „Meine kleine Welt steht auf dem Kopf“ soll Kinder, die Gewalt innerhalb der Familie erleben, Hilfe angeboten werden. Zusätzlich sollen auch Fachkräfte durch das Projekt gezielt geschult und sensibilisiert werden. Ein weiteres Informationsprojekt widmete sich den rechtlichen Voraussetzungen und Folgen einer Eheschließung. Abgerundet wurde das Programm durch eine Lesung von Gedichten sowie durch einige Gitarrenstücke, die Entspannungstherapeutin Brigit Gill präsentierte zusätzlich einige ihrer Kreativkurse. Eine vom Courage-Team erarbeitete Ausstellung griff das Thema Frauenrechte auf: Anhand historischer Daten wurden hier die Entwicklungen der Rechte von Frauen in Deutschland dokumentiert.