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Flüchtlingscamp

Bottroper Familie hilft im „Jungle of Calais“

01.01.2016 | 11:00 Uhr
Bottroper Familie hilft im „Jungle of Calais“
Silke Wedeking mit Tochter Rieke, Ehemann HB Schmitz, Schwager Stefan Schmitz (v.r.) und Familienhund Malti – „die kleinste Flüchtlingsorganisation der Welt“.Foto: Michael Korte

Bottrop.   Die „kleinste Hilfsorganisation der Welt“ unterstützt die Menschen im Lager. Bottroper wollen jetzt einen Verein gründen und Spenden sammeln.

Es war Mitte 2014, als die Bottroperin Silke Wedeking zum ersten Mal von den großen Flüchtlingslagern in Dünkirchen und Calais hörte. Seit 43 Jahren fährt sie regelmäßig an die belgische Küste, an der Grenze zu Frankreich, um dort ihren Vater zu besuchen. Im letzten Sommer berichtete der 80-Jährige ihr von einem Besuch in einem der französischen Camps und wie schrecklich es dort ist. Sie fuhr selber hin, um sich ein Bild zu machen. Seither lässt sie der „Jungle of Calais“ nicht mehr los.

Sechs Mal war Silke Wedeking seitdem mit der Familie dort, Ende Januar fährt sie wieder hin, die „kleinste Flüchtlingsorganisation der Welt“. Aus vier Personen besteht sie: Silke Wedeking, Tochter Rieke (11), Ehemann Hans-Bernd – kurz „HB“ – Schmitz und seinem Bruder Stefan.

Die Menschen wollen nach England

Foto: Silke Wedeking

Flämisch und Französisch spricht Silke Wedeking, die als Übergangsmanagerin in der Bottroper Jugendarrestanstalt arbeitet. Eine fröhliche und zupackende Frau, die auch anpacken musste, als sie zum ersten Mal im „Dschungelcamp“ war. Nur 40 Kilometer sind es von ihrem Vater aus bis Calais, etwa 25 bis nach Dünkirchen. 9000 bis 10 000 Menschen leben in den beiden Camps und warten nur auf eine Gelegenheit, nach England zu kommen.

Doch das gelingt nur wenigen. „Manche haben sogar versucht, zu schwimmen, die Küste scheint so nah“, erzählt Silke Wedeking. Die Lage ist hoffnungslos für die Flüchtlinge dort und ihre Versorgungslage katastrophal. Über Facebook hält die Bottroperin inzwischen Kontakt zu Helfern im Camp, die ihr mitteilen, was gebraucht wird, die die Sachen in Empfang nehmen und verteilen. Rezeptfreie Medikamente und Verbandsmaterial waren es beim letzten Mal, auch alte Handys. Die Familie organisiert Spenden in der Familie, bei Freunden und Kollegen. Im neuen Jahr will sie ihre Hilfe auf „richtige Füße stellen und einen Verein gründen: „Jungle of Calais“ wird der heißen.

Kommentare
05.01.2016
13:17
Bottroper Familie hilft im „Jungle of Calais“
von siwe67 | #1

Wir suchen noch alte Handys und Schlafsäcke für die nächste Fahrt nach Calais

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Bottroper Familie hilft im „Jungle of Calais“
Bottroper Familie hilft im „Jungle of Calais“
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2016-01-01 11:00
Bottrop