Bottroper Ex-Schüler besuchen alten Lehrer

Klaus Kayser (fünfter von rechts) hatte seine früheren Schüler mit ihren Partnerinnen aus Anlass seines 90. Geburtstages eingeladen.
Klaus Kayser (fünfter von rechts) hatte seine früheren Schüler mit ihren Partnerinnen aus Anlass seines 90. Geburtstages eingeladen.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
  • Klaus Kayser war am früheren Bottroper Jungengymnasium ihr Klassenlehrer
  • Späterer Arnsberger Schulleiter unterrichtete Religion und Geschichte
  • Nach der Pensionierung half er beim Aufbau von Gymnasien in Magdeburg und Jena

Bottrop..  Schüler der früheren Oberprima des ehemaligen Bottroper Jungengymnasiums besuchten wieder einmal ihren früheren Klassenlehrer Klaus Kayser. Ihre Stippvisite in dessen Wohnort Arnsberg hatte diesmal einen besonderen Anlass. Denn Kayser feierte in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag.

Auch in den Jahren zuvor waren die ehemaligen Schüler aus dem Abiturjahrgang 1969 mit ihren Partnerinnen in den letzten Jahrzehnten in unregelmäßigen Abständen immer wieder nach Arnsberg gereist, um sich mit ihrem ehemaligen Klassenlehrer zu treffen.

„Unser Klassenlehrer Klaus Kayser hat für uns eine besondere Rolle gespielt“, erklärt Rainer Hürter. „Daher haben wir uns immer wieder getroffen, mal in Bottrop, in den letzten Jahren aber eher in Arnsberg“, erzählt der Kirchhellener. Zu dem Wiedersehen seien auch diesmal wieder ehemalige Mitschüler aus ganz NRW zusammengekommen. Norbert Thiemann hatte sie dazu zusammengetrommelt.

Die ersten Gespräche führten die Ex-Schüler mit ihrem alten Lehrer nachmittags bei Kaffee und Kuchen, bevor es bei schönem Wetter hinaus zu einem Spaziergang durch Arnsberg und Umgebung ging. Anschließend schwelgten die früheren Gymnasiasten beim gemeinsamen Abendessen in Erinnerungen, packten so manche alten „Dönekes“ aus und hörten auch immer wieder den Geschichten ihres ehemaligen Klassenlehrers zu, der für alle ehemaligen Schüler zu einer Vertrauensperson geworden ist. „Mein Temperament geht mit mir ein bisschen durch: ein wunderbarer Mensch, Freund und Ratgeber mit einem bewegten Leben, das auf einem christlichen Hintergrund gebaut ist“, meint dessen Schüler Hürter.

Schule als Lebensort

Klaus Kayser unterrichtete am früheren Jungengymnasium in Bottrop Religion und Geschichte. „Ihm war es damals schon wichtig, Schule nicht nur als Lernort, sondern auch als Lebensort zu verstehen“, sagt Rainer Hürter heute. 1972 nahm Kayser das Angebot an, in Arnsberg Schulleiter am Gymnasium Laurentianum zu werden. „Er verband mit dieser Aufgabe die Hoffnung, einen größeren Gestaltungsraum in der Schule zu gewinnen“, erinnert sich dessen Schüler. 1990 schließlich wurde Kayser pensioniert, das bremste seinen Berufselan allerdings längst nicht. So half der heutige Arnsberger beim Aufbau des Norbertusgymnasiums in kirchlicher Trägerschaft in Magdeburg. Am 2. September 1991 wurde das Gymnasium für 400 Mädchen und Jungen in den Klassen 5 – 9 eröffnet. Auch beim Aufbau des Gymnasiums Jena stand Kayser beratend zur Seite.

Zurück in Arnsberg arbeitete der pensionierte Schulleiter an der Gründung der Hospiz-Stiftung Arnsberg-Sundern „Dem Leben Hoffnung geben“. 2008 wurde sie gegründet, und Klaus Kayser war bis 2013 der Vorstandsvorsitzende dieser Stiftung. Seine Gedanken und Erlebnisse fasste er in einem Buch zusammen, das 2015 unter dem Titel „1944 – Ein Jahr für ein ganzes Leben“ erschienen ist.

Mit kleinen Geschenke und Gedanken zum Älterwerden nach Jacob Grimm verabschiedete ihr Klassenlehrer seine früheren Schüler am Morgen nach dem Frühstück. Hürter: „Alle hoffen auf ein Wiedersehen im Jahre 2017“.