Bottroper Bürger trotzen beim Stadtfest dem Regen

Das Stadtfest und das Fest der Kulturen haben am Wochenende mit vielen interessanten Angeboten gelockt. Trotz des schlechten Wetters kamen laut Veranstalter rund 100 000 Besucher.
Das Stadtfest und das Fest der Kulturen haben am Wochenende mit vielen interessanten Angeboten gelockt. Trotz des schlechten Wetters kamen laut Veranstalter rund 100 000 Besucher.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Rund 100 000 Menschen feiern mit. Verkaufsoffener Sonntag und Oldtimer-Show waren Glanzlichter. Zuschauer lassen sich vom Wetter nicht abhalten.

Bottrop..  Das erste was man hört, ist die Musik. An allen drei Tagen des Stadtfestes warten die Bühnen an Pferdemarkt, Rathaus- und Kirchplatz mit einem bunten Programm aus Tanz, Musik und Show auf. Doch je weiter man in die Fußgängerzonen geht, umso mehr bemerkt man die mit Liebe ausgewählten Stände der lokalen Anbieter. „Ein toller Mix für alle Bottroper“, meint auch Besucherin Melanie Pacana.

Als das Fest um 11 Uhr öffnet, können sich die Familien austoben. Der „Kids Planet“ der Sparkasse lockt auf dem Platz zwischen Mensing und Karstadt mit „Waterwalks“, Hüpfburg und Kettenkarussell. Zwei Zelte weiter wird jeder mit verschiedenen Materialien selbst zur Skulptur - für eine Minute. Eis essen und ein Luftballon-Tier von Zauberclown Liar gehören hierbei zum Pflichtprogramm.

Viele Stände mit bunten Angeboten

Ob mit der Familie oder nicht - mit bester Laune wird zwischen den vielen Ständen mit Essen, Holzspielzeug oder Wasserspielen flaniert. Die großen Bühnen werden am Wochenende zum Abbild der städtischen Kultur; Karnevalsgesellschaften, Tanzschulen, verschiedenste Chöre, Big Bands und musikalisches Potpourri von Jazz bis Heavy Metal lassen keinen Musik- oder Unterhaltungswunsch offen. Zwischen gewerblichen Händlern wie Autohäusern oder Handwerksleistungen führt der Weg gegen Abend Richtung Berliner Platz.

Wer sich hier den Tag über noch nicht beim „Streetsoccer-Cup“ ausgetobt oder eine Runde auf dem Segway-Parcours gedreht hat, findet seinen Weg ins große Festzelt vom Sportpark Stadtwald. Ob am Freitag mit großer Schlagerparty, am Samstag mit Oldies und aktuellen Charts oder die Kapellen- und Livemusik am Sonntag - hier kommt jeder auf seine Kosten. „Tagsüber kann ich mit meinen beiden Söhnen viel erleben, und abends entspannt mit einer Freundin etwas trinken gehen“, erzählt Besucherin Pacana weiter.

Das Fest und der verkaufsoffene Sonntag lassen nach Angaben des Veranstalters rund 100 000 Menschen in die Innenstadt strömen - trotz unvermeidbarer Wettereinbrüche. „Wir sind doch nicht aus Zucker“,scheinen sich alle zu denken, wenn der Regen kommt. Schirme auf und weiter geht’s - die gute Laune lässt sich hier niemand nehmen.

„Wir sind sehr zufrieden“, meint auch Holger Czeranski, der mit seinen Kollegen von BCK Events das Stadtfest auf die Beine stellt. „Alle arbeiten zusammen und so haben wir etwas Integratives erschaffen, dass viele kleine Feste zu einem großen Erlebnis für Jung und Alt zusammenfasst. Alle Altersklassen feiern zusammen und haben Spaß. Wir sind froh, dass das Stadtfest so gut angenommen wird.“

Kulturelle Vielfalt auf der Kirchhellener Straße

Andere Sitten konnten die Bottroper beim „Fest der Kulturen“ auf der Kirchhellener Straße erleben. Zwölf Nationen, darunter Mexiko, Frankreich, Polen oder die Türkei, präsentierten ihre Kultur mit Handwerk und ländertypischem Essen. Organisator Jochen Klee von der Interessengemeinschaft arbeitete dafür zusammen mit dem Integrationsrat. „Kultur ist unglaublich wichtig. Ich habe selbst drei Jahre mit meiner Familie in Spanien gelebt und habe am eigenen Leib erfahren, was es heißt, Ausländer zu sein.“ Neben verschiedensten Delikatessen wie polnischen Brigos oder griechischem Souvlaki stellten die Nationen auch ein buntes Bühnenprogramm auf die Beine. Volkstänze, Kinderchöre und Tanzgruppen brachten den interessierten Bürgern andere Kulturen näher. Jeder Stand hatte dabei ein Banner aufgestellt, auf dem Einwohnerzahl, Entfernung zu Bottrop, Hauptstadt und kleine Details zur jeweiligen Kultur zu finden waren. Die neuerworbenen Infos fanden beim Preisausschreiben der IG Kirchhellener Straße ihren Platz. Interaktiv wurde es noch beim deutschen Stand. Vertreten durch die Plattdütschen „Ut Woald un Hei“ konnte jeder die traditionellen Krüge eine Holzbahn entlangschlittern lassen. Begeistert war auch Florence Petithuguenin, die an ihrem Stand französische Köstlichkeiten, wie salziges Karamell oder Sardinen aus der Provence anbot. „Ich interessiere mich sehr für fremde Kulturen und werde gleich auf jeden Fall noch selbst eine Runde drehen. Man findet hier viele schöne Anregungen.“

Alte Schätzchen auf dem Rathausplatz

Wenn der Geruch von Zweitakter-Gemischen die Luft am Rathausplatz erfüllt, dann ist wieder Oldtimershow. Auf und um den Platz sammelten sich die gut erhaltenen Liebhaberautos der 30er- bis 60er Jahre. Wo man auch hinsah, gedachte man der Automobile der guten alten Zeit. Das Schild „Bedrohtes Kulturgut“ schmückte einen senfgelben Kadett, während ein VW- Strandbuggy mit aufgesetztem Surfbrett aufwartete.

Rund 70 Autos aus NRW ließen sich bestaunen. Am Nachmittag folgte dann die Rallye der „Classic Cars“. Rund um den Platz fuhren die Wagen mit Schrittgeschwindigkeit und begeisterten die Besucher mit schon fast vergessenen, typischen Geräuschen und Gerüchen. Doch auch klassische Motorräder aus Vorkriegszeiten konnten hier bestaunt werden. In Kooperation mit „Marketing für Bottrop“ stellte das „Kleine Motorradmuseum“ seine schönsten Stücke aus. „Am Ende werden die schönsten Wagen und Räder prämiert“, erklärte Organisator Claus Schwarz. Er selbst stellte seinen 1958er Austin-Healey aus. „Die Show ist immer eine gute Möglichkeit zum Austausch. Wenn man ein so altes Auto hat, läuft viel über Kontakte, gerade wenn es um Ersatzteile geht. Es ist sehr familiär hier und man kennt sich. Außerdem ist es für die Besucher natürlich besonders schön, Autos ihrer frühen Kindheit wieder zu entdecken.“

Mehr Fotos auf: www.derwesten.de/bottrop