Bottroper Bezirk Süd lehnt Windrad am Alpincenter ab

Der Blick vom Johannestal hinauf auf die Halde. Von hier aus gesehen stünde das geplante Windrad hinter dem Alpincenter auf dem Haldenstück zur Prosperstraße.
Der Blick vom Johannestal hinauf auf die Halde. Von hier aus gesehen stünde das geplante Windrad hinter dem Alpincenter auf dem Haldenstück zur Prosperstraße.
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Was wir bereits wissen
In einer Sondersitzung lehnen die Bezirksvertreter die Alpincenterpläne einstimmig ab. Doch das letzte Wort in dieser Sache hat der Rat der Stadt.

Bottrop.. Die Bezirksvertretung Süd bleibt bei ihrem „Nein“ zum Windrad am Alpincenter. Einstimmig weigerte sich das Gremium bei einer Sondersitzung, den bisher an Alpincenter und Tetraeder geltenden Bebauungsplan aufzuheben.

Darin ist die Höhenbegrenzung, die dort gilt, festgeschrieben. Nichts soll den Tetraeder überragen. Doch wie bekannt ist, will das Alpincenter auf seiner gegenüberliegenden Halde ein Windrad bauen, um seinen Strom selbst zu produzieren. Dazu ist größerer bürokratischer Aufwand nötig. Zunächst muss der geltende Bebauungsplan zumindest in Teilbereichen aufgehoben werden. Im nächsten Schritt kann das Alpincenter den Bau des Windrades beantragen. Es folgt ein klassisches Genehmigungsverfahren, wie es Häuslebauer kennen, nur dass in diesem Fall auch Haldenstatik und Umweltverträglichkeit geprüft werden. Am Ende kann das Windrad genehmigt werden oder nicht.

Etappensieg für die Bürgerinitiative

Die jetzt getroffene Entscheidung der Bezirksvertreter bedeutet kein endgültiges Aus für das Alpincenter-Projekt. Als nächstes beraten Planungs- und Hauptausschuss über die Aufhebung der gegenwärtigen Bestimmungen – die letzte Entscheidung fällt im Rat.

Für die Anwohner, die sich gegen das Windrad wehren, ist es also allenfalls ein Etappensieg. Trotzdem gab es von dieser Seite am Ende der Sitzung Applaus für die Bezirksvertreter. Zu Beginn hatte Planungsamtsleiterin Christina Kleinheins noch einmal den Stand der Dinge nach dem Moderationsverfahren dargelegt. Gleichzeitig stellte sie klar, dass auch innerhalb der Verwaltung der Windradplan kontrovers diskutiert wird. An die Bezirksvertreter gewandt meinte sie, dass letztlich zwischen den Interessen der Anwohner und dem Stadtbild auf der einen Seite und der Förderung regenerativer Energien und den wirtschaftlichern Interessen eines Arbeitgebers auf der anderen Seite abzuwägen sei.

Entwässerung des Haldenkörpers

In ihrer Beurteilung kamen die Bezirksvertreter zu einer Ablehnung der Pläne. Für die SPD erklärte Franz Ochmann, dass man lieber abwarten wolle, ob die geplanten Aufschüttungen an der Halde tatsächlich die erhoffte stabilisierende Wirkung haben. Außerdem verwies er auf ein Verfahren zwischen DSK und Alpincenter rund um die Entwässerung des Haldenkörpers. Auch dessen Ausgang könne Eingriffe in die Halde nach sich ziehen, glaubt er. Für die CDU schloss sich Jörg Widdermann dem an, betonte die „Ambivalenz“ des Themas, denn selbstverständlich müssten Unternehmen unterstützt werden. Doch in dem Fall habe die CDU im Bezirk Bürgerinteresse und Stadtbild stärker gewichtet".

"Mehr wollen wir doch gar nicht"

Enttäuschung bei Alpincenter-Geschäftsführer Harold van Kranen: Die Aufschüttung der Halde abzuwarten, sei keine Option. Er betonte, dass das Alpincenter lediglich die Chance auf ein Genehmigungsverfahren erhalten soll. „Mehr wollen wir ja gar nicht. Geht das am Ende negativ aus, werden wir es akzeptieren. Aber uns diese Möglichkeit schon im Vorfeld zu nehmen, finde ich nicht richtig.“

Beatrix Kowert von der Bürgerinitiative Johannestal und ihre Mitstreiter freuten sich. Die Entscheidung habe sie überrascht. Doch wisse sie auch, dass dies ein Etappensieg ist. „Nach der Entscheidung im Planungsausschuss wird die Tendenz für uns deutlicher.“