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Bottroper Arbeiter sollen auf Erfrischungsgeld verzichten

13.08.2012 | 12:19 Uhr
Bottroper Arbeiter sollen auf Erfrischungsgeld verzichten
Die kleine Erfrischung zwischendurch müssen zum Beispiel Tiefbauarbeiter in Bottrop künftig wohl selbst zahlen - auch bei hochsommerlichen Temperaturen.Foto: dapd

Bottrop.  77 Cent - mit dieser Summe muss sich der Bottroper Oberbürgermeister befassen. An heißen Tagen haben Außendienst-Mitarbeiter bisher diesen Aufschlag erhalten - bekannt als "Erfrischungsgeld". Nun will die Stadt die Summe einsparen. Viel Tamtam für einen Bagatellbetrag? Nicht ganz.

Ein kleiner Schritt für den Einzelnen, ein großer Schritt für die Stadt: Bottrop willl ab Herbst kein Erfrischungsgeld mehr auszahlen. 3,85 Euro hat die Stadt 2011 pro Mitarbeiter dafür ausgegeben. "Höchstens", sagt die Personalbeamte Angelika Barheier. "In manchen Monaten wurden die Temperaturen dafür gar nicht erreicht."

28 Grad im Schatten muss das Thermometer anzeigen, damit die Stadt Erfrischungsgeld auszahlt - an diejenigen, die besonders unter der Hitze leiden, also etwa Tiefbauarbeiter oder städtische Gärtner. Sie erhalten 77 Cent pro heißem Tag. Nun möchte Bottrop dieses Geld einsparen. Das Erfrischungsgeld zu streichen, ist einer von 228 Vorschlägen zur Haushaltssanierung.

Wahlhelfer erhalten weiterhin Erfrischungsgeld

Dabei geht es letztlich nicht um die paar Cent, von denen erhitzte Außendienstler sich ein kühles Getränk kaufen können. Stärker fällt der hohe Verwaltungsaufwand bei der Abwicklung ins Gewicht, da mehrere Fachstellen daran beteiligt sind.

In Zeiten, in denen alle sparen müssen, erscheint der Stadt das Erfrischungsgeld überholt. "Es stammt aus früheren Zeiten", erklärt Angelika Barheier. "Und in der jetzigen Situation haben wir solche gewachsenen, freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand gestellt." Die Aufwandsentschädigung für Wahlhelfer , die ebenfalls Erfrischungsgeld heißt, soll indes erhalten bleiben.

Jeder kann einen Beitrag zur Stadt-Sanierung leisten

Wenn die Stadt der Maßnahme zustimmt, könnte jeder Betroffene mit dem Verzicht einen kleinen Beitrag zur Haushaltssanierung leisten. Angelika Barheier hält den Vorschlag für sinnvoll und nachvollziehbar. Oberbürgermeister Bernd Tischler betont, wie wichtig der Sanierungsplan für ganz Bottrop ist: "Die Stadt leistet damit ein Stück Zukunftssicherung und Generationengerechtigkeit für unsere Kinder."

Bottrop nimmt am Stärkungspakt des Landes NRW teil. Damit sollen überschuldete Städte und Gemeinden wieder handlungsfähig werden. Sie erhalten Landeszuschüsse zur Schuldentilgung - aber nur, wenn sie eigene Sparanstrengungen nachweisen.

Bis 2021 könnte Bottrop seinen Haushalt ausgleichen

Die Stadt Bottrop könnte seinen Haushalt mit dem aktuell vorgelegten Maßnahmenkatalog bis 2021 konsolidieren. In Spitzenzeiten würde das Einsparvolumen bei 13,8 Millionen Euro liegen. Ob alle Maßnahmen umgesetzt werden, darüber entscheidet der Stadtrat am 25. September. Bürgerinnen und Bürger können sich am 15. August dazu äußern (18 Uhr, Saalbau).

Paula Konersmann

Kommentare
15.08.2012
09:20
Erfrischungsgeld
von dirty.old.man | #25

Das ist ein wirklich spektakulärer Einspargedanke.

Interessant wäre mal zu erfahren in welchem Dienstfahrzeug sich Herr Tischler durch die...
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http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/bottroper-arbeiter-sollen-auf-erfrischungsgeld-verzichten-id6978167.html
2012-08-13 12:19
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