Bottrop war einst die Hochburg der Philatelie

Seit fünf Jahren bietet der Briefmarkensammler-Verein die AG in der Fichte-Grundschule an. Eine wichtige Nachwuchsarbeit: „Wir haben noch 43 Mitglieder, mit Tendenz nach unten“, klagt Heinz-Jürgen Grossmann. Allein im vergangenen Jahr seien fünf Mitglieder verstorben und zwei aus Altersgründen ausgeschieden. 1990 habe die Mitgliederzahl noch bei 128 gelegen. „Bottrop war in den 1990-er Jahren die Hochburg der Philatelie“, erinnert sich Grossmann glücklich. Und heute: „Die Leute wissen gar nicht, wie schön das Briefmarkensammeln ist.“ Das Entdecken seltener Exemplare etwa und eine vollständige Sammlung, die sonst niemand hat.

Spätestens in der weiterführenden Schule endet dann in der Regel die Sammelleidenschaft. „Jugendliche sind erlebnisorientiert“, sieht Grossmann die Sache realistisch. 30 Jahre, um eine Sammlung komplett zu kriegen, sei Jugendlichen wohl zu lang.

Wie weit man kommen kann mit Leidenschaft und Ausdauer, zeigt sich im September, wenn Bottroper Sammler in Gotha anlässlich des 114. Philatelistentages bei der ersten German Team Challenge des Bundes Deutscher Philatelisten mit fünf Exponaten vertreten sein werden. Heinz-Jürgen Grossmann wird dort seine Markensammlung mit Überschallflugzeugen ausstellen.