Bottrop holt 2016 die Sirenen auf die Hausdächer zurück

Ein vertrauter Anblick für die Älteren. Bald soll es wieder moderne Sirenen geben.
Ein vertrauter Anblick für die Älteren. Bald soll es wieder moderne Sirenen geben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Katastrophenfall soll die Bevölkerung in Bottrop bald wieder flächendeckend mit Sirenen gewarnt werden. Die Feuerwehr arbeitet an einem Plan.

Bottrop.. Bottrop setzt wieder auf Sirenen. Dieser Beschluss der Stadt steht schon seit dem letzten Jahr. Wie sonst soll die Bevölkerung im Katastrophenfall gewarnt werden?

Bottrop entschied sich deshalb wie viele andere Kommunen in NRW auch, wieder zu den altgedienten Sirenen zurück zu kommen. Die waren damals im 2. Weltkrieg installiert worden zur Warnung der Zivilbevölkerung vor Luftangriffen, blieben danach erhalten wegen der Gefahr aus dem Osten und um die Freiwillige Feuerwehr zu alarmieren.

Nach dem Fall der Mauer waren sie – größtenteils marode – abgebaut worden. Vom Land NRW erhält Bottrop nun für die Neuanschaffung 50 000 Euro.

Stadt muss tief in die Tasche greifen

„Kosten wird die Installation neuer Sirenen aber wohl das Fünffache“, schätzt der Bottroper Feuerwehrchef Kim Heimann. Mit der Frage, woher das restliche Geld kommen soll, weiß sich die Stadt dann einig mit den Nöten anderer NRW-Kommunen, die vor dem gleichen Finanzierungsproblem stehen. Überall wird nach Lösungen gesucht, wie dafür trotz klammer Kassen Geld aufgetrieben werden kann. Selbst über Sponsoren ist anderenorts schon nachgedacht worden.

Related content Soweit allerdings ist man in Bottrop noch nicht. Gesetzt ist, dass es bis Ende 2016 eine flächendeckende Alarmierung der Bevölkerung geben soll. Fest steht auch, erklärt der Feuerwehr-Chef, dass man dafür das System wählen wird, das nur einen Alarm auslöst. Die Alternative wäre ein System, das gleichzeitig Durchsagen macht, wie die Bevölkerung sich nun zu verhalten hat. Diese Geräte aber wären um rund 30 Prozent teurer, berichtet Heimann. Heimann schätzt, dass ein Gerät mit dem entsprechendem Steuerungselement um die 10 000 Euro kosten wird und installiert werden müssen sie auch.

Flächendeckende Aufstellung muss geplant werden

Erster Schritt werde nun eine „Gebietsbetrachtung“ sein, um zu entscheiden wo überall Sirenen aufgestellt werden müssen, um eine flächendeckende Alarmierung zu erreichen. Dann müssen städtische, landeseigene oder andere öffentliche Gebäude gefunden werden, auf denen man sie aufbauen kann. Gesetzlich geregelt ist, dass – wenn notwendig – auch auf jedem Privathaus eine Sirene angebracht werden darf. Das allerdings will man tunlichst vermeiden. Kim Heimann schätzt, dass Bottrop rund 25 Sirenen bekommen wird.

Ob die dann tatsächlich alle bis Ende nächsten Jahres stehen, wird sich dann zeigen. Der Feuerwehr-Chef kann sich vorstellen, dass die Anschaffung möglicherweise ja aus Kostengründen um ein Jahr gestreckt werden muss.