Bottrop bewirbt sich als „Zukunftsstadt“ um Bundesgelder

Was wird, wenn der Bergbau geht? Auch auf diese Frage will die Stadt beim Wettbewerb Zukunftsstadt des Bundesforschungsministeriums Antworten geben.
Was wird, wenn der Bergbau geht? Auch auf diese Frage will die Stadt beim Wettbewerb Zukunftsstadt des Bundesforschungsministeriums Antworten geben.
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Wie soll Bottrop in der Zukunft aussehen? Gemeinsam mit den Bürgern will die Stadt eine „Vision 2030+“ entwerfen. Innovation Citydient als Grundlage.

Bottrop.. „Unterschiedlich gemeinsam - Bottrops Wandel gestalten!“ Unter diesem Motto bewirbt sich die Stadt um die Teilnahme am „Wettbewerb Zukunftsstadt“, den das Bundesforschungsministerium ausgeschrieben hat. Im Kern geht es um die Frage: Wie soll die Stadt in Zukunft aussehen?

„Wir wollen den Wandel hin zu einer zukunftsfesten, nachhaltigen und liebenswerten Stadt gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern gestalten, ohne dabei die örtlichen Gegebenheiten zu vernachlässigen.“ So umreißt Klaus Müller, Leiter des Projektbüros „Innovation City“, die Aufgabenstellung der Stadtplanung, die in einer gemeinsamen „Vision 2030+“ münden soll.

Helfen sollen der Stadt dabei die Erkenntnisse, die sie seit 2010 als Modellstadt der „Innovation City Ruhr“ gewonnen hat. Der breite Beteiligungsprozess, der vor einem Jahr zum Masterplan für das Innovation-City-Gebiet geführt hat, soll ausgeweitet werden. Das hatte die Stadt ohnehin vor, aber die Teilnahme am Bundeswettbewerb soll dabei eine auch finanzielle Hilfe sein. In diesem Wettbewerb sollen die Konzepte „in Hinblick auf bisher wenig berücksichtigte Zukunftsaufgaben und bisher nicht einbezogene Stadtteile im Norden und Westen weiterentwickelt werden“, heißt es in der Bewerbungsskizze der Stadt.

Wie geht Bottrop mit dem Klima- und Strukturwandel um?

Diese Stadtteile werden Kirchhellen und Fuhlenbrock sein. Die Zukunftsaufgaben, die dort, aber auch in ganz Bottrop angegangen werden sollen, lassen sich wie folgt beschreiben: Wie geht Bottrop um mit dem Klima- und Strukturwandel sowie der Entwicklung der Bevölkerung? Wie lassen sich diese Entwicklungen gemeinsam mit möglichst vielen Bürgern steuern?

In Kirchhellen lassen sich womöglich neue Ansätze für eine Energiestrategie für ganz Bottrop finden; in Fuhlenbrock liegt ein Fokus auf der Frage: Wie muss eine schrumpfende Stadt ihre Infrastruktur verändern, wenn ihre Bürger immer älter werden? Bottrops Bevölkerungsrückgang wird nach Prognosen des Landes doppelt so hoch ausfallen wie im Landesdurchschnitt. Die Lebensqualität vor allem im Alter wird deshalb künftig eine noch größere Rolle spielen; die Grundlage dafür wird nach Einschätzung der Experten gelegt durch die freie Wahl von Wohnort und Wohnform sowie durch die Qualität von sozialen Netzwerken.

Ende 2018 schließt Prosper Haniel - und dann?

Für die ganze Stadt schließlich müssen die Folgen des Strukturwandels gesteuert werden. Und hier drängt die Zeit: Ende 2018 schließt das Bergwerk Prosper-Haniel. Deshalb will die Stadt mit Unterstützung des Forschungsministeriums im Wettbewerb eine „Vision 2030+“ für die Gesamtstadt erarbeiten, zu der möglichst viele Bürger beitragen sollen.