Blumen bringen den Frühling näher

Sonnengelb und frühlingsbunt: die Primeln, die Floristik-Azubi Sophia Knipping hier präsentiert.
Sonnengelb und frühlingsbunt: die Primeln, die Floristik-Azubi Sophia Knipping hier präsentiert.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Die Natur ist noch karg. Doch sonnengelbe Primeln und blühende Bellis aus dem Gewächshaus künden schon jetzt von der wärmeren Jahreszeit.

Bottrop..  Ach dieser Winter, meist trübe und ungemütlich, jeder Sonnenstrahl muss doppelt ausgekostet werden. Wer sich nach dem Frühling sehnt, fliegt jetzt entweder gen Süden. Oder umgibt sich mit den ersten blühenden Frühlingsboten.

Die Bäume sind kahl, die Gärten noch karg. Doch sonnengelb leuchten die Primeln auf dem Verkaufstisch im Blumenhof Wilms, flankiert von Varianten in Rosa, ergänzt durch grüne Deko-Frösche. Die Bellis zeigen ebenfalls schon ihre farbigen Blüten. Bei den Tulpen in den Töpfen schaut hier und da bereits ein bunter Kopf hervor. Auch Christrosen und Alpenveilchen sind noch im Angebot, aber die Frühlingsboten samt Narzissen und Hyazinthen haben einfach eine besondere Anziehungskraft.

Brigitte Rariek hat eine Schale mit Primeln ausgesucht, ein Geburtstagsgeschenk: „Was schönes Buntes, da freut man sich bei diesem Wetter.“ Gedacht ist es für den Wintergarten. „Ich habe auch schon selbst 20 Hyazinthen vorgezogen und rausgepflanzt“, erzählt sie. Frost mache denen nicht so viel aus. Zwiebelpflanzen könne man jetzt ruhig schon raussetzen, sagt auch Gärtnermeister Peter Wilms, selbst wenn noch Kälte droht: „Bis minus fünf Grad passiert da nichts.“ Primeln dagegen könnten keinen Frost vertragen.

Eine Grafenwälderin, die sorgfältig ein paar noch grüne Hyazinthen raussucht, will diese erstmal auf die Fensterbank stellen. „Für mich ist wichtig, dass was Blühendes da ist. Und ich mag den Duft.“ Ein Schneeglöckchen greift sich Gisela Bruss, die mit Gatte Hermann und Freundin Wilma Mehrhoff unterwegs ist. „In unserem Garten blühen schon Schneeglöckchen“, erzählt die Oberhausenerin. „Man freut sich über solche Frühlingsgucker.“ Auf Schneeglöckchen hat’s auch Christel Rosendahl abgesehen: „Da sind sie“, ruft sie beim Anblick des zarten Grüns. Enkelin Sofia (6) darf eins aussuchen. Dessen Entwicklung will Christel Rosendahl Schritt für Schritt im Foto festhalten: ein Frühlingserwachen.

Draußen in der Natur läuft alles noch auf Sparflamme. „Der Winter kommt noch“, sagt Friedhofsgärtner Wolfgang Behm und geht’s gelassen an: „Der alte Gärtner sagt: Wartet noch ein bisschen.“ Bis etwa die Erika-Bepflanzung auf den Gräbern durch Stiefmütterchen oder Hornveilchen ersetzt werde, dauere es in der Regel mindestens bis Ende Februar. Behm rät auch dazu, das Laub jetzt noch liegen zu lassen – „weil vielleicht Tiere Winterschlaf darin halten.“ Und ebenfalls vom Frühjahr träumen.