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Bis zur letzten Minute geackert

10.05.2009 | 16:05 Uhr

280 junge Bottroper packen in 72 Stunden 13 Projekte an und bringen sie auch zu Ende.

Erschöpft aber glücklich – so ließ sich der Gemütszustand bei den 13 Aktionsgruppen schließlich am treffendsten auf den Punkt bringen. 72 Stunden für den guten Zweck zu schuften, das ging an die Substanz. Dafür dürfen die 280 Bottroper Jugendlichen, die sich an der 72-Stunden-Aktion beteiligt hatten, stolz auf sich sein. Alle 13 Projekte wurden abgeschlossen, weil die Helfer an einigen Stellen bis zur letzten Minute ackerten.

72 Stunden Aktion - Weit nach 22 Uhr waren 15 Jugendliche der KjG St. Elisabeth und Hl. Kreuz bei Courage mit Anstreichen, Schmiergeln und Lackieren beschäftigt. Foto: Birgit Schweizer/waz

So zum Beispiel im Köllnischen Wald, wo die Pfadfinder und Firmanden aus St. Pius den Auftrag erhielten, den Trimm-Dich-Pfad zu erneuern. Am Donnerstagnachmittag hatten sie davon erfahren, und noch in der Nacht fielen auf dem Pfad die alten Geräte. Danach galt es, Material und Unterstützung für den Wiederaufbau zu organisieren. Unter anderem zogen Maike Ewerts und Britta Sievers los, um bei Firmen auf dem Eigen um Unterstützung zu werben. Ihre erfahrung: „Viele sind wirklich hilfsbereit, wenn man ihnen erklärt, worum es geht.” Schließlich brauchte die Truppe nicht nur Baumaterial. Auch Getränke und Lebensmittel mussten über Sponsoren beschafft werden. Für die Jugendlichen kein Problem. „Es hat Spaß gemacht, das zu organisieren”, heißt Brittas Fazit. Gleiches gelte auch für die harte Arbeit im Wald. Maike war sich schon frühzeitig sicher: „Wenn der fertig ist, benutze ich ihn jeden Tag.” – Ob da nicht Euphorie die Mutter des Gedankens war?

Ein paar Straßen weiter im Fuhlenbrock werkelten die Mitglieder der KJG St. Ludgerus und St. Bonifatius. Im Seniorenzentrum St. Teresa legten sie einen Sinnespfad an. Dabei konnten sie auf professionelle Unterstützung bauen, denn ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb steuerte seinen Azubi bei, der den Jugendlichen unter die Arme griff. „Wir hatten mit mehr Problemen gerechnet, zumal es drei Tage vorher so aussah, als hätten wir nur unsere Muskelkraft, aber noch überhaupt kein Material zur Verfügung”, gestand Verena Heenen.

Großzügige Spender

Aber wie alle Gruppen hatte letztlich auch die KJG kein Problem, das nötige Material zu organisieren. Die Erfahrung der Jugendlichen: „Die meisten Bottroper Geschäftsleute sind großzügig. Allerdings bringt es fast nichts, bei größeren Ketten nachzufragen. Da sind die Entscheidungswege so lang.” Das mussten auch die Jungen und Mädchen von den Pfadfindern aus St. Peter erfahren. Um die Tagesgruppe im Wichernhaus zu renovieren, brauchten sie vor allem Farbe: „Wir haben uns am Donnerstag und Freitag erst einmal hingesetzt und sämtliche Malerbetriebe, die im Telefonbuch stehen, angerufen”, verriet Vera Sadowsi. Der Erfolg kann sich sehen lassen. Die Wände strahlen jetzt in frischen Farben, und sogar einen Fliesenleger hat die Gruppe aufgetan. „Der hat sich bereit erklärt, kostenlos das Bad zu fliesen. Das passiert aber erst in den nächsten Wochen, weil es so kurzfristig nicht möglich war.”

Improvisationstalent

Als Fazit aus allen Aufgaben wurde am Ende deutlich: Die beteiligten Jugendlichen sind an ihre Grenzen gegangen und manchmal über sich hinausgewachsen. Das hat auch Lisa Bombeck bei ihrem Balanceakt zwischen Toilettendeckel und Fensterbank beim Anbringen der Rollos im Wichernhaus gespürt. „Das sind ja alles Aufgaben, die man nicht täglich macht. Außerdem muss man bereit sein, zu improvisieren. Weil immer etwas schiefgehen kann.”

ALLE PROJEKTE AUF EINEN BLICK

DPSG Herz Jesu - St. Barbara: Bau von Weidenhütten

DPSG St. Pius: Renovierung des Trimm-Dich-Pfads

KJG St. Elisabeth und Hl. Kreuz: Anstreicharbeiten

KJG St. Joseph: Bau eines Stalls im Caritas-Kinderdorf

KJG. St Ludgerus und St. Bonfatius: Bau eines Sinnespfads Seniorenzentrum

KJG St. Cyriakus, Messdiener St. Elisabeth und Hl. Kreuz: Renovierung Spielplatz-Lok

Malteser-Jugend: Arbeiten am Montessori-Kindergarten

KJG St. Johannes: Aufbau eines Sinnesgartens.

DPSG St. Peter (drei Gruppen): Renovierungen, Menschenkicker am Spielplatz, Pflanzarbeiten

Kolping Boy und TOT St. Johannes: Bunter Senioren-Nachmittag.

Matthias Düngelhoff

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Kommentare
10.05.2009
20:57
Bis zur letzten Minute geackert
von Erich Manfeldt | #2

Ein großes Dankeschön an die engagierten jungen Menschen, die unseren Schweinestall im Kinderdorf Bottrop neu errichtet haben.
Erich Manfeldt (Erzieher im Kinderdorf)

10.05.2009
19:25
Bis zur letzten Minute geackert
von thobot | #1

das war riesig!!!!!!!!!!!
Danke...Danke...Danke...!!!
Unglaublich wie sich junge Menschen so arrangrieren können um Gutes zu tun. (auch der Malermeister)

der Spielplatz Kellermannstrasse sagt DANKE

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