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Bier braucht eine Heimat

23.05.2007 | 06:57 Uhr

15 Brauhäuser geben den "Westfälischen Brauereiführer" heraus. Brauhaus am Ring stellt sich vor.Hausbrauereien garantieren Biervielfalt. Ein Ort der Gastlichkeit und der Kultur

"Das Münsterland ist die Wüste, die Brauereien die Oasen." So beschreibt Hannes Sponagel-Becker vom Brauhaus am Ring die Philosophie der Brauhausbetreiber in Westfalen und im Ruhrgebiet. Um die Oasen mit Leben zu füllen, haben jetzt 15 Brauhauswirte den "Westfälischen Brauereiführer" herausgegeben. Man wolle die Menschen in der Region neugierig auf die neue "Bierkultur" machen, die eigentlich eine alte ist, denn die kleinen Brauereien haben oft eine lange, traditionsreiche Familiengeschichte.

Wer an Bier denkt, sieht die farbenprächtigen Produkte der großen Bierkonzerne vor sich. Doch es gibt sie noch, die vielen kleinen Hausbrauereien und mittelständischen Betriebe, die ihre Produkte zumeist regional vermarkten. Es handelt sich um kleinere Mengen des Gerstensaftes, der innerhalb von acht bis 14 Tagen verzehrt werden sollte. "Bier braucht eine Heimat", sagen die Brauhauswirte. Und jede Region habe da seine Eigenarten. Den Betreibern geht es auch darum, die Region mit ihren Besonderheiten vorzustellen. Münsterland und Ruhrgebiet bedingten sich, sagt Hannes Sponagel-Becker. Zum Einkaufen fahren die Münsterländer in die Großstädte und die Menschen aus dem Ruhrgebiet fahren zur Erholung ins Münsterland.

In dem Brauereiführer werden 15 Betriebe von Duisburg bis Coesfeld vorgestellt. Nicht nur die Vielfalt der Biere fällt auf, auch das kulinarische und kulturelle Angebot kann sich sehen lassen. In den Gaststätten soll es mehr als Bier geben, ein Besuch soll zum Erlebnis werden. Das Brauhaus am Ring zum Beispiel wirbt gezielt mit Veranstaltungen. "Wir liegen nicht in der City", meint Sponagel-Becker. Und deshalb müsse man auf Veranstaltungen hinweisen. Ähnlich sehen es andere Wirte. Sie werben mit Gastlichkeit, familiärer Atmosphäre und Kultur.

Es bietet sich an, ein Besuch in einem Brauhaus mit einer schönen Radtour zu verbinden. In einer Woche, so die Wirte, könne man alle 15 im Westfälischen Brauereiführer genannten Betriebe mit dem Rad abfahren. Und dann wartet auf die Besucher eine Biervielfalt, die nur Hausbrauereien bieten können. Und wenn das Bier etwas trübe aussieht, dann ist es frisch. Das kann auch Diplombraumeister Gerald Friedauer bestätigen, der u. a. das Brauhaus Jacobi in Oberhausen betreibt."Das Münsterland ist die Wüste, und die Brauereien sind die Oasen"

Von Ferdi Lindemann

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2007-05-23 06:57
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