Beste Unterhaltung in der OT Eigen

Comedy im Saal mit Benjamin Eisenberg.
Comedy im Saal mit Benjamin Eisenberg.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Zum inzwischen 128. Mal hatte Kabarettist Benjamin Eisenberg zur Reihe „Comedy im Saal“ eingeladen. Das Duo Thekentratsch und Helmut Sanftenschneider begeisterten die Zuschauer.

Bottrop..  Entspannung, Ruhe und Erholung in der Vonderorter Sauna, darüber tauschte sich Benjamin Eisenberg ganz zu Anfang mit seinem Publikum aus. Wobei von Entspannung könne wohl nicht die Rede sein: „Man kennt das doch: man kämpft zehn Minuten ums nackte Überleben, dampft wie ein Hüftsteak, geht raus und will die Lungen mit frischem Sauerstoff füllen und dann – atmet man die Abgase der Hauptstraße ein.“ So gehe eben Sauna im Ruhrpott: „Ommas und Oppas“, die sich über ihre letzten Arztbesuche austauschten – denn unbekleidet könne man sich die Körperstellen, an denen zuletzt rumgefuhrwerkt wurde, am besten zeigen, so Eisenberg in seinem Begrüßungsmonolog.

Umzug in den Kammerkonzertsaal

Zum mittlerweile 128. Mal hatte er zu Comedy im Saal in die OT Eigen eingeladen und hochkarätige Kollegen mitgebracht. Helmut Sanftenschneider hat seine Gitarre im Gepäck und bittet sein Publikum vorab „um einen Auftritt a lá Justin Bieber“. Dafür verteilt er Unterwäsche und Teddys ans Publikum. Sie sollten ihn doch damit bewerfen damit seine Nichte ihn auch wirklich für einen Star hält.

Dann beglückt er das Publikum mit einem melodramatischen Song, „der was zum Schunkeln hat, den Ruhrpott und eine selten besungene Berufsgruppe thematisiert“, heraus kommt: „Der Schleusenwärter aus Wanne-Eickel“ Auch seine spanische Darbietung mit Gitarre und Kastagnetten im Mund werden zu einem der vielen Höhepunkte des Abends.

Das Duo „Thekentratsch“ – es ersetzte die erkrankte „La Signora“ – bestehend aus der Yogaliebhaberin Frau Sierb und der leicht aggressiven Ruhrpottschnauze „die Becker“, erzählen von ihrem Wellness-Wochenende in Oer-Erkenschwick, von dem „die Becker“ nichts mitgenommen zu haben scheint – außer einen Bademantel, zwei Handtücher und die Telefonnummer des Masseurs.

„Ich finde es hier so schön urig und bin schon seit Jahren regelmäßig hier“, sagt Besucherin Christel Canibol. „Es ist immer abwechslungsreich und lustig.“ Erstmals fand die traditionelle Doppelveranstaltung im Januar und nicht im Dezember statt. „Wir haben gemerkt, dass die Leute im Dezember viel um die Ohren haben und haben die Veranstaltung verlegt“, erzählt Chantal Offermann-Kuchhäuser von der evangelischen Kirche.

Doch das ist nicht die einzige Veränderung. Bis Mai ist das Format noch in der OT Eigen, ab September zieht die Veranstaltung in den Kammerkonzertsaal um. „Wir haben eine große Nachfrage von Leuten, die es nie in die Show schaffen, weil wir immer ausgebucht sind“, erklärt Eisenberg. „Der Kammerkonzertsaal ist für mich der einzige Raum in Bottrop, der größer, aber immer noch gemütlich ist und die Künstler nah am Publikum sind.“