Berufsalltag mit alten Menschen

Ein Rundgang über den Flur. Im Mittelpunkt der Arbeit von Christian Przibiybilla steht die Aktivierung und Motivierung der Patienten.
Ein Rundgang über den Flur. Im Mittelpunkt der Arbeit von Christian Przibiybilla steht die Aktivierung und Motivierung der Patienten.
Foto: Labus / FUNKE Foto Servises
Christian Przibylla arbeitet als Fachgesundheits- und Krankenpflegerfür Geriatrie im Marienhospital.

Bottrop..  Der Tod gehört in seinem Berufsalltag dazu, dennoch möchte Christian Przibylla nichts anderes machen. Er liebt seinen Beruf als Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Geriatrie. „Gerade in der letzten Phase des Lebens kann man Menschen so viel geben und bekommt andererseits auch so viel zurück“, beschreibt der 39-Jährige seine Faszination für den Beruf.

Dabei interessierte sich Christian Przibylla zwar immer schon für Medizin, hatte aber eine „riesige Angst vor dem Tod und vor Toten. Tatsächlich hatte er den Ausbildungsvertrag zum Krankenpfleger schon in der Tasche, trotzdem ging es nach dem Abitur mit einem Lehramtsstudium doch erstmal in eine ganz andere berufliche Richtung. „Aber ein Studentenjob in der Seniorengruppe im Heinrich-Theißen-Heim öffnete mir die Augen und brachte mich zurück an die Wurzeln, denn eigentlich wollte ich im medizinischen Bereich arbeiten.“

So folgte ab 2004 dann doch die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger am Marienhospital. Mit dem Aufbau der Geriatrischen Abteilung am MHB ab 2013 ergab sich dann für den inzwischen Stellvertretenden Bereichsleiter der Pflege in der Inneren Medizin schließlich die Möglichkeit zur Weiterbildung zum Fachpfleger Geriatrie.

„Die meisten Menschen hier auf der Station haben eine Sturzgeschichte hinter sich“, berichtet Christian Przibylla. „Es ist eine Herausforderung, sie aus der Spirale der Angst vor neuen Stürzen herauszuholen und so wunderbar zu erleben, welche Fortschritte sie machen.“ In einem multiprofessionellen Team aus Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden, Ärzten und Pflegekräften ermöglicht die ganzheitliche Versorgung im Rahmen der geriatrischen Komplextherapie sich auch außerhalb der täglichen Routine den Patienten zu widmen. „Wir versuchen die alten Menschen zu aktivieren und zu motivieren, damit sie nach dem Krankenhausaufenthalt wieder möglichst selbstständig ihren Alltag bewältigen können“, erklärt der Fachpfleger. „Wir holen die Angehörigen mit ins Boot und geben Tipps für zu Hause.“

Der Berufsalltag von Christian Przibylla ist vielseitig, und natürlich gleicht kein Tag dem anderen. Das bringt schon der Drei-Schichten-Dienst mit sich. Morgens um 6.15 Uhr geht’s los - beispielsweise mit Grundpflege, Visite, administrativen Aufgaben, Transport und Begleitung zu Untersuchungen, Gesprächen mit Angehörigen und Beratung von Patienten.

Natürlich sei mitunter viel Geduld notwendig, denn die alten Menschen leben oftmals in einer anderen Welt, jeder ticke anders, habe andere Eigenarten. „Wir gehen auf jeden Einzelnen ein, versuchen uns in die Menschen hineinzudenken und spielen auch in gewisser Weise mit, wenn sie ihren Eigensinn ausleben“, so Christian Przibylla und fügt hinzu: „Es ist mitunter natürlich schon ein Spagat, das immer zu schaffen.“

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