Bernhard Eulering ist Blasmusiker aus Leidenschaft

Bernhard Eulering spielt seit 61 Jahren im Blasorchester Grafenwald.
Bernhard Eulering spielt seit 61 Jahren im Blasorchester Grafenwald.
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Was wir bereits wissen
Bernhard Eulering ist seit 61 Jahren Mitglied im Blasorchester Grafenwald. Mit seinen Kollegen freut er sichauf das Jahreskonzert nächste Woche Sonntag.

Bottrop-Kirchhellen..  „Ich habe immer dabei gesessen und zugehört.“ Also war es irgendwie naheliegend, dass Bernhard Eulering vor 61 Jahren quasi so herein gerutscht ist in das Blasorchester Grafenwald. Denn das probte damals im Wohnzimmer seines Elternhauses in Grafenwald, in dem er auch heute noch lebt. Die Proben finden längst woanders statt, aber Bernhard Eulering ist immer noch dabei. Und immer noch mit viel Spaß. „Sonst hätte das ja auch keinen Sinn.“

Die Gründung des Blasorchesters als Musikverein geht auf das Jahr 1924 zurück. Während des zweiten Weltkrieges musste der Verein eine Zwangspause einlegen. Als es nach dem Krieg wieder losging, aber die passenden Probenräume fehlten, wurde zunächst im Wohnzimmer der Familie Eulering geübt. Nicht ganz zufällig im übrigen, denn drei der damals neun Mitglieder waren Eulerings. Zwei Onkel von ihm spielten mit und auch sein Bruder, erinnert sich Bernhard Eulering. Und einer seiner Onkel habe das Orchester damals als Leiter „ein bisschen in Schwung gebracht“.

Schon mit zehn Jahren hat Bernhard Eulering ein Instrument erlernt. „Das beste Alter“ urteilt er rückblickend. Unterricht bekam er damals zusammen mit seinem Bruder und zwei Kindern aus der Nachbarschaft. 14 Jahre war er dann, als er Mitglied des Orchesters wurde. „Ich war der Jüngste, ich musste immer das spielen, was gerade fehlte“, schmunzelt der heute 75-Jährige. Vor 61 Jahren war das die Klarinette. Als später ein Flügelhorn gebraucht wurde, ist er darauf umgestiegen, inzwischen ist das Tenorhorn schon seit vielen Jahren sein Instrument.

Ein buntes Repertoire

Über 30 Mitglieder, darunter auch 14 bis 15 junge Leute, zählt das Blasorchester Grafenwald. Das jüngste Mitglied ist gerade einmal 14 Jahre, die ältesten, Zwillingsbrüder und seit über 30 Jahren dabei, sind inzwischen über 80. Damit alle bei der Stange bleiben und alle ihren Spaß haben, muss auch das Repertoire entsprechend sein.

Als man sich auch für Moderneres geöffnet hat, habe es zuerst ein Murren unter den Älteren gegeben, erinnert sich Bernhard Eulering. Doch inzwischen schmettern alle mit Begeisterung alles von Volksmusik, bis Musical, Operette, Schlager und Filmmusik.

Berufsmusiker leitet das Orchester

Mit dem Oberhausener Uwe Krause hat das Orchester schon vor über 15 Jahren einen Berufsmusiker als Orchesterleiter gewinnen können. Uwe Krause stammt aus der früheren DDR, hat u.a. am Moskauer Tschaikowsky Konservatorium studiert und ist heute Arrangeur im Landespolizeiorchester NRW. Viele Stücke, die die Grafenwälder spielen, hat er komponiert. Bevor man ihn als Dirigenten gewonnen hat, spielte er bereits Schlagzeug in dem Orchester – ohne dass aber zunächst jemand wusste, welch einen Profi man da in den eigenen Reihen hat. Jedes Jahr wirkt das Blasorchester bei einigen Konzerten mit und ist vor allem bei Schützenfesten im Umkreis am Start.

Der nächste große Auftritt ist das Jahreskonzert am Sonntag, 19. April, um 17 Uhr in der Turnhalle der Grundschule Grafenwald. Karten für acht Euro gibt es im Vorverkauf bei Bernhard Eulering ( 02045/2743) oder an der Tageskasse.