Bericht plus Portal zur Zuwanderung in Bottrop

Der Erste Beigeordnete Paul Ketzer sowie Jürgen Gorgol und Dieter Pillath (Referat Migration/Kommunales Integrationszentrum; v.li.) mit dem Bericht.
Der Erste Beigeordnete Paul Ketzer sowie Jürgen Gorgol und Dieter Pillath (Referat Migration/Kommunales Integrationszentrum; v.li.) mit dem Bericht.
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Was wir bereits wissen
Zwei Handlungsempfehlungen aus dem Interkulturellen Gesamtkonzept sind umgesetzt. Datensammlung zur Integration und informatives Internet-Angebot.

Bottrop..  Zuwanderung und Integration sind zentrale Themen für die Stadt – und das nicht erst seit Zunahme der Flüchtlingsströme in jüngster Zeit. Schließlich beträgt der Anteil von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Bottrop 20 Prozent (Stand Ende 2013). Menschen aus rund hundert Herkunftsländern leben in der Stadt, sagt Dieter Pillath.

Mit dem ersten Integrationsbericht bietet das Referat Migration – Kommunales Integrationszentrum, das Pillath leitet, nun einen Überblick: Anhand von Datenmaterial aus 2013 wird die Lebenslage von Zugewanderten dargestellt. Zudem stellen 20 Einrichtungen – kommunale ebenso wie freie Träger oder Wohlfahrtsverbände – ihre Aktivitäten im Bereich der Zuwanderung vor. Parallel zum Erscheinen des Integrationsberichts 2013 ist auch das Integrationsportal www.bottrop.de/zuwanderung an den Start gegangen. Beides richtet sich nicht nur an Migranten oder Akteure aus der Integrationsarbeit. Sondern an „die Stadtgesellschaft, an alle Bottroper“, sagt der Erste Beigeordnete Paul Ketzer.

Integrationsportal

Online herunterladen

Zunächst zum Integrationsportal: Dort sind etwa Veranstaltungen aufgeführt, Kurse, Infos über die Einbürgerung sowie über die ersten Schritte, die neu Zugewanderte gehen müssen. Unter „Integrationsatlas“ findet sich eine interaktive Karte mit Anlaufstellen. Vorgestellt wird online auch der Integrationsbericht 2013.

Und darin sind Daten und teils auch schon Zeitreihen für Bereiche wie Demografie, Bildung, Beschäftigung enthalten. Den Tabellen und Diagrammen sind jeweils Kurzanalysen vorangestellt. Ein Beispiel aus dem Datenmaterial: Zwischen 2008 und 2013 stieg der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund um 2,49 Prozentpunkte – gerade die jüngeren Altersgruppen wurden stärker. Wesentlicher Grund: Rückgang bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Pillath: „Wir sehen daran, wie sich die Stadtgesellschaft sukzessive verändern wird.“

Einbürgerungsoffensive

Noch ein Punkt sei genannt: 2001 gab es 299 Einbürgerungen – 2013 fiel diese Zahl mit 151 auf ihren niedrigsten Stand. „Vielleicht wäre es eine gute Idee, eine Einbürgerungsoffensive ins Leben zu rufen“, meint dazu der verantwortliche Referats-Mitarbeiter Jürgen Gorgol. Er macht u.a. auch auf diese markanten Zahlen aufmerksam: Nur rund acht Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund besuchten im Schuljahr 2013/14 ein Gymnasium. Dort lernten aber gleichzeitig gut 29 Prozent der Schüler ohne Migrationshintergrund.

Laut Ketzer kommt es nun darauf an, diese Daten zu analysieren und im nächsten Schritt Schlüsse zu ziehen. „Es ist eine Erkenntnisquelle für alle: Verwaltung, Politik und andere in der Stadtgesellschaft.“

Dass der Integrationsbericht 2013, der sich als Fortschreibung des Interkulturellen Gesamtkonzepts der Stadt versteht, erst 2015 erscheint liegt daran, dass er der erste seiner Art ist. „Wir mussten erst einmal Strukturen aufbauen“, sagt Pillath. Bei der Fortschreibung kann darauf aufgebaut werden – der Integrationsbericht 2014 soll noch in diesem Jahr vorliegen.