Bericht kritisiert auch in Bottrop Polizeistrukturen

Einen Blick hinter die Kulissen der Polizeiwache Bottrop an der Gladbecker Straße gewährte am Freitag den 19. Dezember 2014 deren Leiter Klaus Berkenbusch. Im Bild: der Hof mit Einsatzfahrzeugen. Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services
Einen Blick hinter die Kulissen der Polizeiwache Bottrop an der Gladbecker Straße gewährte am Freitag den 19. Dezember 2014 deren Leiter Klaus Berkenbusch. Im Bild: der Hof mit Einsatzfahrzeugen. Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services
Foto: Michael Korte
Eine Expertengruppe des NRW-Innenministeriums schlägt zahlreiche Änderungen vor. Bottrop könnte profitieren. Eine Umsetzung ist aber fraglich

Bottrop..  Der am Dienstag vorgestellte und insgesamt 322 Seiten umfassende Bericht einer von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) eingesetzten Expertengruppe könnte auch Auswirkungen auf Bottrop haben.

Insgesamt ginge es vor allem darum, den demografischen Effekten, die sich in Zukunft immer stärker auf die Arbeit der Polizei auswirken würden, entgegenzutreten.

Dazu schlagen die Mitglieder des vierköpfigen Expertengremiums, dem zwei Polizeipräsidenten, ein Wirtschaftsprofessor und ein Landrat angehören, unter anderem vor, geringfügige Aufgaben an private Dienstleister oder kommunale Ordnungsämter auszulagern. Ein Mitglied der Gruppe schlägt auch vor weitere Fusionen von Polizeibehörden vorzunehmen: Das für die Stadt Bottrop zuständige Polizeipräsidium in Recklinghausen solle in Zukunft etwa mit der benachbarten Behörde in Gelsenkirchen zusammengelegt werden.

Ähnliche Fusionen wurden in anderen Städten bereits vollzogen, etwa in Essen und Mülheim an der Ruhr. Die Zusammenlegung stößt dort allerdings bis heute auf Kritik bei Lokalpolitikern und Bürgern, die ein gesunkenes Sicherheitsgefühl beklagen. In Bottrop wäre das aber wohl umgekehrt: im Zuge der Neuordnung schlagen die Experten vor, größere Standorte wie etwa Bottrop, die bisher nur über eine Wache verfügten, im Zuge der Umstrukturierung zu einer eigenständigen Inspektion aufzuwerten. Die Stadt wird in dem Bericht sogar explizit als Beispiel aufgeführt.

Pläne sind noch nicht konkret

Was eine Aufwertung konkret bedeuten würde, ob es etwa mehr Dienststellen oder Dezernate und damit auch mehr Beamte in Bottrop geben würde, dazu wollte man sich beim zuständigen Polizeipräsidium in Recklinghausen nicht äußern: „Ob und welche Änderungen es geben wird, darüber entscheidet das Ministerium. Allerdings erst nach der Sommerpause“, so Polizeisprecher Michael Franz.

Dass es tatsächlich zu einer Aufwertung der Bottroper Wache hin zu einer Inspektion kommt, hält man bei der Bottroper Ortsgruppe der Polizeigewerkschaft GdP im Moment für unwahrscheinlich. Dort sieht man auch keinen akuten Handlungsbedarf: „Generell ist es wichtig, dass die Polizeiarbeit funktioniert“, erklärt der Vorsitzende Karl-Heinz Schmidt, der noch ergänzt: „und das tut sie in Bottrop.“

Wie viele Vorschläge nun umgesetzt werden, ist tatsächlich fraglich. Der Innenminister hatte kurz nach der Veröffentlichung angekündigt, nur einen Teil der vorgeschlagenen Änderungen auch tatsächlich umsetzen zu wollen.