Berater der Erwerbslosen sieht Fehler im System

„Ich habe 1750 Beratungen in zwölf Monaten gemacht, das zeigt den Bedarf“, sagt Robert Lipinski von der Caritas, einziger Erwerbslosenberater in Bottrop. Er sieht die Fehler im System und führt als Beleg an, dass es seit Einführung von Hartz IV 60 Gesetzesänderungen gegeben habe.

Empfänger ohne Lobby

In seinen Beratungen ist er mit mannigfaltigen Problemen konfrontiert. So können viele Beschäftigte von ihrer Arbeit nicht leben und finden nur bei privaten Vermittlern einen Job mit unsicherem Zeitvertrag . Viele müssen ergänzende Leistungen in Anspruch nehmen, was manchmal zu Überzahlungen führe. Die aber müssen zurückerstattet werden. „Dann ist das Geld oft nicht mehr da“, weiß Lipinksi. Geld fehlt auch, wenn plötzlich die Waschmaschine kaputt geht oder ein neuer Personalausweis beantragt werden muss. Eigentlich muss das Geld dafür angespart werden. Aber wie soll das gehen bei 399 Euro Regelleistung für Erwachsene? „Man lebt immer am Anschlag.“ Sozialleistungen müssten so gewährt werden, dass alle davon leben können, meint Lipinski. Aber: „Alle haben eine Lobby. Hartz IV-Empfänger nicht.“

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