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Beim Dolmetschen auch die Kultur übersetzen

07.01.2011 | 08:19 Uhr
Beim Dolmetschen auch die Kultur übersetzen

Bottrop. Verständigungsprobleme mit Migranten haben ihre Wurzeln oft nicht nur auf sprachlicher, sondern auch auf kultureller und ethnischer Ebene. Bottrop hat nun zwei Migranten als Sprach- und Integrationsmittler qualifiziert.

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Fehlinterpretation

Missverständnisse in der praktischen Arbeit behindern Entwicklungen, sagt Dagmar Kaplan, Mitglied des Roma-Solidaritätskreises, und nennt ein Beispiel: Der Migrant kann als rassistische Ablehnung interpretieren, was für den Beamten nur die Auslegung des deutschen Ausländerrechts ist. Und der Beamte kann sich angegriffen fühlen, weil der Migrant auf ihn einen erregten Eindruck macht, was aber nicht aggressiv gemeint ist.

Den Mitarbeitern von Verbänden und Einrichtungen, die sich oft mit Flüchtlingen beschäftigen, sind diese Missverständnisse und Unsicherheiten vertraut. Vor diesem Hintergrund finanzierte die Arbeitsgemeinschaft Arbeit für Bottrop zwei Migranten eine 18-monatige Qualifizierung zum Sprach- und Integrationsmittler („Sprint“) bei der Diakonie in Wuppertal. Elena Stork und Kasum Morina lernten Dolmetschtechniken und Fachbegriffe in drei Themenfeldern, absolvierten Praktika in der Bottroper Stadtverwaltung und könnten nun als Dolmetscher im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen eingesetzt werden: Die 41-Jährige spricht Russisch und Deutsch, der 50-Jährige beherrscht neben der Sprache seiner neuen Heimat auch Roma, Serbokroatisch, Albanisch und Mazedonisch.

Verwaltungen und Wohlfahrtsverbände als Träger

Auf ihre Einsätze in der praktischen Arbeit, im Umgang mit Gesundheitsamt und Ausländerbehörden, mit Krankenkassen, Sozialamt und weiteren Einrichtungen hatte eine Arbeitsgruppe gehofft, die sich bei der Integrationskonferenz 2008 mit den Themen „Flüchtlinge und soziale Beratung“ beschäftigte und die Sprint-Ausbildung befürwortete. Dieter Pillath, Leiter des Referats Migration, wollte sich für Arbeitsplätze für die „Sprinter“ bei der Stadtverwaltung einsetzen, erinnert sich Klaus Schlücking, Abteilungsleiter bei der „Arbeit für Bottrop.“ Doch diese Bemühungen scheiterten am fehlenden Geld, sagt Schlücking. Für ihn steht außer Frage, dass Sprinter bei vielen Aufgaben beiden Seiten gute Dienste leisten könnten, „der Bedarf ist sicherlich da.“ Aus seiner Sicht kommen als Träger der Anstellung in erster Linie Verwaltungen und Wohlfahrtsverbände infrage, und beide leiden unter Finanznot.

Doch für den 50-jährigen Kasum Morina bahnt sich eine Beschäftigungsmöglichkeit an. Wie Schlücking berichtet, ist das Sprinter -Transferzentrum der Diakonie in Wuppertal interessiert, den gebürtigen Mazedonier in ein Teilzeit-Arbeitsverhältnis zu übernehmen. In diesem Fall könnte Bottrop im Bedarfsfall einen Sprinter anfordern und von der Investition in seine Ausbildung profitieren. Elena Stork kann Schlücking keine konkrete Perspektive aufzeigen, „aber wir bleiben am Ball.“

Marie-Luise Schmand

Kommentare
07.01.2011
13:59
Beim Dolmetschen auch die Kultur übersetzen
von hauptsacheüberanderemeckern | #6

@4 lern deutsch schreiben! formolieren, Übersetzt, Stehn

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2011-01-07 08:19
Bottrop