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Bei Barrierefreiheit Luft nach oben

15.02.2016 | 17:45 Uhr
Bei Barrierefreiheit Luft nach oben
Einige Mitglieder des Seniorenbeirats nutzten die Gelegenheit, um im Anschluss an die Sitzung die neuen Räume des SozialamtsFoto: Michael Korte

Bottrop.   Seniorenbeirat besucht Haus der Beratung. Nutzer sehen Details, die verbessert werden sollten. Stadt ist Mieter in dem Haus. Beiräte wollen Gesprächsangebote ausweiten.

Eigentlich sind die Mitarbeiter des Sozialamts mit ihrer neuen Bleibe im Haus der Beratung ganz zufrieden. Wenn es nicht an einigen Stellen hapern würde – die Barrierefreiheit ist aus Sicht des Sozialamtes und des Seniorenbeirats noch nicht ideal. Und das in einem Haus, in dem die Abteilung für Senioren und Menschen mit Behinderung untergebracht ist.

Die Arbeitsgruppe „Behindertengerechte Baumaßnahmen“ befasst sich am Donnerstag mit den Problemen. So öffnen sich zum Beispiel noch nicht alle Türen automatisch. Die Eingangstür zur Abteilung des Sozialamtes muss mühsam per Hand aufgestemmt werden. Für Menschen mit Behinderung oder Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, ein schwieriges Unterfangen.

Die Stadt ist Mieterin in dem Haus gegenüber dem ZOB, und Jutta Pfingsten (SPD), Vorsitzende des Seniorenbeirates, hofft, dass sich noch Möglichkeiten finden, Details zu verbessern. Etwa an den Besprechungsräumen im zweiten Obergeschoss. „Sehbehinderte, die hierher kommen, sehen nur eine weiße Wand“, sagt sie und deutet auf die weißen Türrahmen und weißen Türblätter in einer weißen Wand. Eine Etage tiefer haben sie bereits Abhilfe geschaffen: Die Rahmen sind jetzt rot, der Kontrast zur hellen Wand auch für Sehbehinderte deutlicher zu erkennen.

Ähnliche Schwierigkeiten gibt es auch im Bereich der Treppen. Hier wünscht sich Jutta Pfingsten, dass die erste und die letzte Stufe gekennzeichnet werden – wie es beispielsweise in Bahnhöfen üblich ist. „Das hilft auch denjenigen, die Gleitsichtbrillen tragen. Sie nehmen eine Treppe sonst erst einmal als abschüssige Fläche wahr“, berichtet sie aus eigener Erfahrung.

Das Haus entspreche den Vorschriften, beurteilt Elena Selbach, zuständige Sachgebietsleiterin beim Sozialamt. Nur gebe es eben Dinge, die sich verbessern ließen. Zumal die Stadt im Haus der Beratung nun auch das Beratungsangebot ausweiten wolle. Die entsprechenden Überlegungen stellte sie am Montagmorgen dem Seniorenbeirat vor. So sollen regelmäßige Sprechstunden des Seniorenbeirats und des Beirats für Menschen mit Behinderungen stattfinden, erklärt Elena Salbach. Zunächst einmal im Quartal seien die Ansprechpartner des Gremiums präsent, unterstützt von den Mitarbeitern der Verwaltung.

„Dazu wollen wir auch eine Sprechstunde für Gehörlose anbieten, zu der ein Gebärdendolmetscher erscheinen wird“, erläutert die Sachgebietsleiterin. Dieses Konzept soll zu mehr Bürgernähe beitragen und die Inklusion weiter umsetzen.

Gleichzeitig seien diese Sprechstunden offen für Vereine, die ihrerseits Beratungen anbieten. Sie könnten sich beteiligen. Jutta Pfingsten sieht darin die Chance, Netzwerke aufzubauen.

Neben den Flächen für das Sozialamt hat die Stadt in dem Haus auch Räume für das Stadtumbaubüro angemietet. Außerdem übernahm die Verbraucherzentrale eines der Ladenlokale. Ein weiteres wird wohl die Ele beziehen.

Matthias Düngelhoff

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2016-02-15 17:45
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