Befall mit Krätze-Milben kann zur Qual werden

Mehr als unangenehme Erfahrungen hat ein WAZ-Leser aus Bottrop mit der Krätze gemacht – und möchte diese schildern, um über den Befall mit Krätzemilben und dessen Folgen aufzuklären.

Er selbst habe sich bereits vor rund sechs Monaten infiziert. Allein: „Damals konnten die Ärzte bei mir keine eindeutige Diagnose feststellen.“ Mal sollte es Neurodermitis, mal eine Allergie sein, berichtet der Bottroper. Nach vier Monaten Quälerei mit der Erkrankung habe ein Hautarzt endlich festgestellt: Das ist die Krätze. Außerdem hätten sich in den vergangenen Monaten sehr viele Personen aus dem Familien- und Freundeskreis ebenfalls (gegenseitig) mit der Krätze angesteckt – der Leser spricht von 45 erkrankten Personen.

Keine Häufung offiziell registriert

Beim Gesundheitsamt ist aktuell keine Häufung von Krätze-Erkrankungen verzeichnet, sagt dessen Leiter Dr. Christian Marga auf Nachfrage der WAZ. Allerdings bestehe eine Meldepflicht auch lediglich für betroffene Gemeinschaftseinrichtungen wie etwa Kindergärten. Dass die Erkrankung, die von Krätzemilben verursacht wird, nicht sofort als solche erkannt wird, könne passieren, so Dr. Marga. Das Tückische: „Die Zeit bis zum Ausbruch der Erkrankung beträgt zwei bis sechs Wochen, im Mittel vier Wochen“, erläutert der Leiter des Gesundheitsamtes. In dieser Inkubationszeit können Infizierte bereits andere Menschen anstecken. Wobei die Ansteckung vor allem über Körperkontakt erfolgt.

Wer also unter folgenden Symptomen leidet, sollte aufmerken: Extrem juckende, flächige Hautentzündungen am ganzen Körper; eitrige Pustelausschläge dort, wo besonders stark gekratzt wurde; sichtbare Milbengänge. Dr. Marga: „Das sind feine, rötliche Linien mit einem kleinen Knoten am Ende, sie treten eher in Hautfalten auf.“ In Nordeuropa ist die Ausbreitungsgefahr der Krätze im Herbst und Winter größer als zu den anderen Jahreszeiten. Mit mangelnder Hygiene hat die Erkrankung übrigens nichts zu tun. Behandeln lässt sie sich mit einer speziellen Salbe. Wichtig: Neben dem befallenen Patienten sollte auch alle anderen Mitglieder eines Haushaltes behandelt werden. Bett-, Unterwäsche und Handtücher müssen gereinigt werden.