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Bauchbeschwerden - ein langer Weg zur endgültigen Diagnose

12.10.2012 | 18:04 Uhr
Bauchbeschwerden - ein langer Weg zur endgültigen Diagnose
Die Verdauungsorgane sind so komplex wie die Ursachenforschung.Foto: Birigit Schweizer

Bottrop.  Chronische Oberbauchbeschwerden sind weit verbreitet. Bis zu 45 Prozent der Bevölkerung leidet darunter. Halten die Symptome länger, an führt kein Weg an einer gründlichen Untersuchung vorbei.

Moderatorin Marie-Luise Schmand hat eine frohe Botschaft: „Ich kann Ihnen verkünden, dass das WAZ-Medizinforum heute zum letzten mal im Mediparc stattfindet“. Das nächste Forum wird in der weitaus geräumigeren und bequemeren Cafeteria des Marienhospitals sein.

Das Thema des Abends sind die chronischen Bauchbeschwerden. Die Ursachen hierfür sind so vielfältig wie ihre Symptome. Der Klinikleiter der Gastroenterologie, Dr. Friedrich Schorr, kann so am Donnerstagabend nur einen Überblick über die Erkrankungen und ihre Behandlungen geben.

Medizintechnik wird immer besser

Vor allem die Gastroskopie, also die Magenspiegelung, sei weiterhin absoluter Goldstandard. „Es gibt ganz fantastische neue Techniken in der Endoskopie“, schwärmt Schorr. Den Besuchern werden verschiedene Endoskopiebilder einer Speiseröhre gezeigt. „Heute ist die Auflösung schon so gut, dass man früheste Veränderungen in der Schleimhaut genau erkennen kann“.

Vor allem der „Reflux“, das zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre, interessierte viele Gäste. Bei der Frage nach einer erfolgsversprechenden Behandlung, muss der Referent zugeben, dass in den meisten Fällen, nur eine dauerhafte Therapie mit Medikamenten, so genannten Säureblockern, Abhilfe schafft. „Eine chirurgische Lösung kann einem helfen - viele Patienten haben aber auch danach noch Beschwerden“. Eines ist aber sicher - behandelt werden sollte der Reflux. Im schlimmsten Fall drohen starke Veränderungen der Schleimhautzellen in der Speiseröhre. Dies kann zu einer Krebserkrankung führen.

Reise durch den Oberbauch

Zum Thema Diagnose von Gallensteinen gibt es erfreuliche Nachrichten. Mit Hilfe der Endosonographie können schon kleinste Steine, die bei manchen Patienten zu Schmerzen führen, erkannt werden. Bei diesem Verfahren bringt man endoskopisch eine Ultraschallsonde in den Körper des Patienten ein. Der Vorteil: Man kann Organe besser darstellen, weil es keine Luftüberlagerung gibt. Die „Reise“ durch den Oberbauch geht weiter zum Dünndarm. „Früher konnte man den Dünndarm ganz schlecht untersuchen“, sagt Schorr.

Eine Kapsel kann helfen: Der Patient schluckt diese etwas größere Pille, die dann wie eine kleine Digitalkamera Bilder von ihrem Weg durch die Organe macht. Schwierig zu fassen sind weiterhin die funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen (Reizmagen). Die Patienten leiden - aber die genaue Ursache ist noch nicht klar. Eines macht Friedrich Schorr aber deutlich: „Die Beschwerden sind da, Sie bilden sich nichts ein“.

Janna Cornelissen



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