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Serie "Adventskalender"

Banditenfreie Zone

18.12.2009 | 18:34 Uhr
Banditenfreie Zone

Bottrop. Wir öffnen das 19. Türchen unseres Adventskalenders: Bernhard Massenberg arbeitet seit 45 Jahren bei der Sparkasse. Raubversuche hat er noch nicht erlebt.

30 Zentimeter dick ist die Tür, die Bernhard Massenberg hier öffnet. Sie führt zu den Kundenschließfächern.

Als „Banditen” stürmen Bruce Willis und Billy Bob Thornton Bank um Bank, um sich ein Luxusleben in Mexiko zu finanzieren. Jason Statham gräbt sich über einen Tunnel in den Tresorraum, um seinen „Bank Job” zu erledigen. Filme, die sich mit Bankraub beschäftigen, gibt es zuhauf. Doch Banken verfügen über immer bessere Sicherungssysteme – da ist auch die Hauptstelle der Sparkasse in der Innenstadt keine Ausnahme.

Bernhard Massenberg, Leiter der Abteilung Organisation, steigt neben der Kundeninformation die Treppenstufen herab. Nach der Umgestaltung der Hauptstelle, die erst am Montag Neueröffnung feierte, regieren edles Silber und Melonengelb das einst triste Gebäude. „Der Tresor bleibt unser kleines Geheimnis”, schmunzelt er. „Oder auch unser großes.” In den Raum, der die Schließfächer der Kunden bereithält, dürfen wir aber einen Blick werfen. Am unteren Ende der kurzen Treppe begrüßen einen von der linken Seite die Fächer, in denen Kunden ihre Sparbücher aufbewahren können. 1 800 dieser Fächer gibt es. Sie versprechen mehr Sicherheit als das heimische Kopfkissen – gegen Diebe ebenso wie gegen ihren zweiten großen Feind: das Feuer. „Die Räume sind bewusst karg gestaltet, da kann nicht viel brennen”, erklärt Bernhard Massenberg. Gegen Feuer von außen schützen die dicken Wände ebenso wie die 30-Zentimeter-Stahltür, die sich über eine Art Ruder zu einem zweiten Raum öffnet.

Gold, Schmuck und ideelle Werte

UMBAU
Rollstuhlgerecht

Die Serie „Adventskalender” öffnet heute die Tür zu den Kundenschließfächern der Sparkasse.

Dorthin gelangen nach Abschluss des Umbaus neuerdings auch Rollstuhlfahrer problemlos über einen gläsernen Aufzug.

Hier ist der Inhalt der 2 400 Schließfächer vielfältiger. Zu Zeiten der Wirtschaftskrise dürften die größeren in Bodennähe vermehrt Gold verbergen. Flachere tragen Testamente, Versicherungspolicen oder ideelle Wertgegenstände wie Fotos. „Sie sind der größte Verlust, wenn es zu Hause brennt”, weiß Massenberg. Im eigenen Fach bewahrt er Schmuck auf. Die Kunden, denen der sichere Ort zwischen 25 und 130 Euro pro Jahr wert ist, gelangen mit ihrer Karte und einem vierstelligen Code in den Raum. Dort können sie sich in eine der beiden Kabinen zurückziehen, um mit ihren Schätzen für sich zu sein.

An diese Stellen können auch die sechs Kameras nicht blicken, die Bilder zwar nicht aufzeichnen, aber zur Kontrolle auf einen Bildschirm an der Information schicken. Das alarmiert bei plötzlichen gesundheitlichen Notfällen, macht es aber auch potenziellen Räubern zusätzlich schwer. In dem Film „Inside Man” etwa führt Clive Owen den „perfekten Bankraub” durch – und hat es dabei nicht auf die großen Scheine, sondern auf persönliche Dokumente abgesehen, wie sie hier lagern. Bernhard Massenberg kann bei solchen Krimis nur lachen. „Es ist scheinbar bekannt, dass wir so gut abgesichert sind, dass es sich nicht lohnt.” In den 45 Jahren, die er schon für die Sparkasse arbeitet, sind ihm Raubversuche à la Willis, Statham oder Owen noch nicht untergekommen.

Florian Riesewieck

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Kommentare
19.12.2009
22:42
Banditenfreie Zone
von Sigrid Sahlberg | #2

Eine Banditefreie Zone gibt es nicht. Wer das
glaubt, scheint doch sehr naiv zu sein.
Der ungeschönte Blick auf ein alltägliches Delikt,
der den Banküberfall als das zeigt, was er ist.
Eine lebensbedrohliche Gefährdung am Arbeitsplatz für Angestellte und Kunden in Deutschland.

Sigrid Sahlberg

18.12.2009
23:25
Banditenfreie Zone
von Hans | #1

Das ist ja wunderbar für den Herrn Bernhard Massenberg, den Raub der Banken an uns Bürgern findet ja keine Beachtung.
Liebe Sparkasse bekommen die Ratsherren in ihren Ausschüssen immer noch zum Jahreswechsel Goldbarren geschenkt ?
Wenn ja wie werden diese wohl finnanziert werden ?

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