Bälle und Kamelle in Hülle und Fülle
19.02.2012 | 18:54 Uhr 2012-02-19T18:54:00+0100
Traditionell versüßt das Tresorknacken in der „Alten Börse“ den Narren das Warten auf Rosenmontag. Am Samstag war es endlich wieder soweit: Wie ein großes, graues Ungetüm lauerte der Tresor geradezu darauf, von den Tollitäten geknackt zu werden. Bevor die jedoch die entscheidenden Maßnahmen einleiteten, wurde erst einmal kräftig gefeiert – angestiftet durch die Garden der Stadt.
Graues Ungetüm
Denn für die Garden bildet das Tresorknacken der Volksbank immer wieder eine Plattform, auf der sie das Ergebnis ihrer harten Arbeit präsentieren können. „Für uns gehört das Tresorknacken zu den wichtigsten Terminen der Session. Hier gucken alle zu, hier muss alles sitzen“, weiß Stefanie Janus von der Funkengarde der Kleinen Karnevalsgesellschaft (KKG), „außerdem ist dieser Auftritt einer unserer letzten der Session“ – da flogen die Beine noch einmal extra hoch und Sprünge wie Schritte klappten perfekt. So heizte ein gutes Dutzend Garden dem jecken Publikum in der Alten Börse ein und brachte die Menge zum Klatschen, Schunkeln und Feiern.
Karnevalshochburg
Besonders begeisterten dabei die kleinsten Funken wie etwa die der Minigarde KG Boy: Einige von ihnen brachten es zwar mit Mühe und Hut nur knapp auf einen Meter Körpergröße, dafür erfüllten sie den Saal mit Stimmung wie die ganz Großen – so sehr, dass sie erst nach einer Zugabe von der Bühne entlassen wurden. Bei den „Großen“ wie etwa der Prinzengarde der Plattdütschen zeigte sich noch einmal ganz deutlich, dass jahrelanges, hartes Training belohnt wird: Ausgefeilte Schritte und Synchronität, kombiniert mit einer tollen Ausstrahlung, zeichnete die Garde aus. Der Präsident des Festkomitees Bottroper Karneval und Moderator des Vormittags, Günter Körber, kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: „Haben wir nicht tolle Mädels in der Karnevalshochburg Bottrop? Da kann keiner mithalten: Düsseldorf nicht, Köln nicht und Mainz auch nicht.“
Als schließlich die Tollitäten die Bühne eroberten, erreichte der närrische Vormittag einen weiteren Höhepunkt: Das Stadtprinzenpaar Dirk II. mit Sylvia I. und das Prinzenpaar der Plattdütschen, Fritz II. mit Kathrin I., jeweils mit Gefolge, heizten noch einmal kräftig ein. Sie bedankten sich für eine gelungene Session und verliehen mehrere Orden. Auch OB Bernd Tischler richtete Gruß- und Dankesworte an die Narrenschar, bevor es dem Tresor an den Kragen ging. Dazu hatten die Tollitäten zwei große, in gefährlichem Rot leuchtende, Sprengstoff-Kerzen mitgebracht.
Es zischte und krachte
Einmal gezündet, zischte und krachte es mehrfach – doch den Tresor beeindruckte das wenig. Erst einige gekonnte Handgriffe später gab das graue Ungetüm seinen Inhalt frei: Bälle, Kamelle und Frisbees in Hülle und Fülle – der perfekte Vorgeschmack auf Rosenmontag.
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