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Azubis dürfen ihren Chef-Sprecher wählen

02.10.2012 | 18:27 Uhr
Azubis dürfen ihren Chef-Sprecher wählen
Auszubildende und junge Angestellte dürfen noch bis zum November ihre Jugend-Sprecher im Betrieb wählen.Foto: Ulla Michels

Bottrop. Lehrlinge in den Bottroper Betrieben sollen sich Gehör verschaffen. Deshalb erinnert die Gewerkschaft IG BAU daran, dass in dieser Woche die „Junior-Wahlen“ in den Unternehmen stattfinden.

Dabei stimmen die Azubis zusammen mit anderen jungen Berufsstartern, Praktikanten oder Werkstudenten über ihre „U25-Sprecher“ im Betrieb ab, wenn sie ihre Jugend- und Azubi-Vertretungen (JAV) wählen.

„Dabei mitzumachen und den eigenen Chef-Sprecher zu wählen, ist wichtig. Ansonsten ist das wie Fernsehengucken, ohne die Fernbedienung selbst in der Hand zu haben“, sagt Susanne Neumann. Für die Bezirksvorsitzende der IG BAU Emscher-Lippe ist eine Jugendvertretung in Betrieben und Behörden als junge Stimme mit direktem Draht zum Chef wichtig: „Es ist noch keiner vom Himmel gefallen, der dem Meister auch einmal sagt, wo’s lang geht. Also bleibt nur eines: die Wahl der Azubi-Sprecher. Das ist der beste Weg, dem Boss klar zu sagen, wo es im Betrieb hakt.“

Vertreter kennen die Probleme

Vom schlechten Arbeitszeugnis bis zum unfairen Ausbilder – die Jugendvertreter sollen die Steine aus dem Weg räumen, über die Jugendliche bei ihren ersten Schritten ins Berufsleben häufig stolpern. „Oft sind die jungen Menschen froh, überhaupt eine Lehrstelle ergattert zu haben“, sagt Susanne Neumann. Dann sei die Hemmschwelle groß, sich beim Chef über zu lange Arbeitszeiten, fehlende Schutzkleidung oder schlechte Zeugnisse zu beschweren. Die Jugendvertreter würden diese Probleme kennen – meist seien es selbst Auszubildende oder junge Beschäftigte. „Sie können für die Rechte ihrer Mit-Azubis eintreten. Auch wenn die Lage auf dem Ausbildungsmarkt angespannt ist – Azubis sind kein Freiwild.“

Die IG BAU will dem Betriebsnachwuchs in Bottrop bei der Gründung von Jugendvertretungen unter die Arme greifen. Neumann fordert die Arbeitgeber auf, die Wahlen der Jugend-Sprecher zu unterstützen. „Die Jugendlichen haben das Recht auf eine Vertretung – notfalls werden wir ihnen helfen, es durchzusetzen. Allerdings baue die Gewerkschaft auf die Einsicht der Firmen-Chefs. „Wenn es junge Menschen in der Firma gibt, die sich engagieren und mit eigenen Vorschlägen das Betriebsklima und die Ausbildung verbessern möchten, dann ist das ein Gewinn. Welcher Unternehmer kann da etwas dagegen haben?“

Die Junior-Wahl ist bis zum 30. November in Betrieben und Behörden möglich. Voraussetzung ist, dass es dort mindestens fünf Jugendliche gibt. Seine Stimme abgeben darf jeder Beschäftigte unter 18 Jahren, ebenso alle Mitarbeiter unter 25, die ihre Berufsausbildung absolvieren – also Auszubildende, Werkstudenten und Praktikanten.

Hat ein Betrieb oder eine Behörde zwischen fünf und zwanzig wahlberechtigte Jugendliche, dann darf dort ein Jung-Vertreter gewählt werden. Bei 21 bis 50 Wahlberechtigten sind es drei „Jugendräte“. Die JAV-Wahlen finden alle zwei Jahre statt.



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