Awo-Treff: Ohne Freiwillige geht hier gar nichts

Ursula Schulze-Kremer leitet den Awo-Treff am Trapez und ist stellvertretende Vorsitzende der Awo
Ursula Schulze-Kremer leitet den Awo-Treff am Trapez und ist stellvertretende Vorsitzende der Awo
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Ursula Schulze-Kremer leitet die Tagesstätte am Trapez. Hier arbeiten alle ehrenamtlichFünf Mal die Woche gibt es Frühstück, zwei Mal die Woche auch Mittagessen

Es ist noch ruhig und leer im neuen Awo-Treff an der Gladbecker Straße. Die Frühstücksgäste sind schon längst wieder weg, die fürs Mittagessen werden erst noch kommen. In der kleinen Küche wird schon fleißig geschnibbelt und gerührt. Die Küche und der Herd darin sind so, wie man sie auch in einer kleinen Etagenwohnung hat – die Mengen, die hier zubereitet werden allerdings nicht. 25 bis 30 Mittagessen müssen hier bis um 11.30 Uhr auf den Tisch dampfen, denn dann kommen die Gäste. Am Herd stehen hier übrigens Freiwillige.

So wie auch Ursula Schulze-Kremer eine Freiwillige ist. Sie ist die stellvertretende Vorsitzende des Awo-Ortsvereins Stadtmitte und Leiterin des Treffs am Trapez. „Die Awo ist mein zweites Zuhause“, stellt sie fest. Fast täglich ist die 77-Jährige hier anzutreffen, rund 20 Wochenstunden regelmäßig. Und sie macht er es gerne: „Man bekommt so viel zurück“, erzählt sie. „Wir haben viele Stammgäste, die immer wieder kommen und sich freuen, hier sein zu können. Man merkt, dass sie dankbar sind. Viele wären sonst sehr alleine.“

Der Tag beginnt mit einem Frühstück

Wir stellen ihr Ehrenamt vor

Die ersten stehen schon um acht Uhr auf der Matte. Denn dann wird im Awo-Treff, der erst im September in seine neuen Räume an der Gladbecker Straße umgezogen ist, ein Frühstück angeboten.Viele frühstücken lieber in Gesellschaft, als alleine zu Hause. Zweimal in der Woche, montags und freitags, gibt es auch ein Mittagessen, freitags mit Fisch. „Wenn die Leute das erst spitz haben, wird es hier wieder voll“, erzählt die Köchin. Denn vorübergehend musste das Mittagessen am Freitag ausfallen – es gab nicht genügend ehrenamtliche Helfer.

„Früher hatten wir hier mal 20 Freiwillige“, erzählt Ursula Schulze-Kremer. „Jetzt sind es nur noch sechs.“ Früher wurde deshalb noch täglich gekocht. Drei Frauen werden dafür gebraucht. Sie müssen die frischen Lebensmittel besorgen, alles andere wird geliefert. Neben dem Kochen zählen auch das Tischdecken und Abdecken, Spülen und Aufräumen der Küche zu ihren Aufgaben. „Das Kochen ist Schwerstarbeit“, erzählt Ursula Schulze-Kremer. „Die großen Töpfe sind ganz schön schwer, wenn sie voll sind.“

Nachfolger zu finden, ist nicht einfach

Wenn Helferinnen sich aus der aktiven Arbeit zurückziehen, ist es meistens aus Alters- oder Gesundheitsgründen. Nachfolgerinnen sind nicht leicht zu finden. Viele wollen sich nicht so verlässlich binden wie es eben für die Planung der Arbeit und die vielen Angebote notwendig wäre, die es im Awo-Treff außer dem Frühstück und Mittagessen auch noch gibt.

„Man kann den ehrenamtlichen Mitarbeitern gar nicht genug für ihren langjährigen, zuverlässigen Einsatz danken“, sagt die stellvertretende Awo-Vorsitzende. „Sie sind immer auch bereit, noch etwas zusätzlich zu machen.“ Sie selber ist eher zufällig bei der Awo gelandet, nachdem sie in den Ruhestand gegangen ist. Sie hat 16 Jahre lang den Nachhilfe Studienkreis Bottrop geleitet. Ohne Ehrenamt könnte Ursula Schulze-Kremer sich ihr Leben heute nicht mehr denken.

Awo-Treff am Trapez ist geöffnet: Mo, Mi, Sa 8-13 Uhr, Di 8-17 Uhr, Fr 8-15 Uhr. Infos: Tel.: 7094930